Bildung : Straffreies Schwänzen

Die Zahl der Schulschwänzer in Brandenburg ist unbekannt, sie wird nicht erfasst.
Die Zahl der Schulschwänzer in Brandenburg ist unbekannt, sie wird nicht erfasst.

Schüler haben selten Sanktionen zu befürchten. Gespräche mit Eltern oder Jugendamt

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26. März 2018, 05:00 Uhr

Brandenburgs Schulen und Schulämter reagieren bei Jugendlichen, die schwänzen, selten mit Sanktionen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können gegenüber den Eltern zwar ein Zwangsgeld androhen, der nachfolgende Prozess ist aber sehr aufwendig“, erklärt Hardy Schalitz vom staatlichen Schulamt in Neuruppin, das auch für die Prignitz zuständig ist.

Zunächst setzten die Schulen und Schulräte auf das Gespräch mit Schülern und Eltern, bevor weitere Maßnahmen folgen würden. „Die Zwangsgelder treffen in der Regel die Elternhäuser, die ohnehin nicht viel Einkommen haben“, sagt der Schulamtsmitarbeiter.

Als auffällig gelten Jugendliche laut Landesschulgesetz, wenn sie innerhalb von zwei Monaten sechs oder innerhalb eines halben Jahres mehr als zehn Fehlzeiten aufweisen würden. Führten Gespräche zu keinem Ergebnis, könne die Androhung eines Zwangsgeldes folgen. Die würde aber schon bei einigen Eltern ein Umdenken bewirken.

Manchmal hätten die Eltern jedoch gar keinen Einfluss mehr darauf, dass ihre Kinder regelmäßig zur Schule kommen. „Ich hatte schon Eltern, die heulend vor mir saßen, weil sie von ihren Kindern Prügel angedroht bekommen haben“, berichtet Schalitz aus seiner über 20 Jahre langen Tätigkeit als Schulrat. In solchen Fällen würden die Schulen und Behörden eng mit den Jugendämtern der Landkreise und kreisfreien Städte zusammenarbeiten.

Förder- und Oberschulen bilden oft den Schwerpunkt in Sachen Schulverweigerung, wie Frank Quella vom staatlichen Schulamt Brandenburg/Havel berichtet. Genaue Zahlen dazu würden jedoch nicht erhoben. Auch landesweit existieren diesbezüglich keine Erhebungen, wie es aus dem Potsdamer Bildungsministerium heißt. „Es gibt im Land aber mittlerweile zahlreiche Schulverweigererprojekte“, schildert Quella. Diese seien ein guter Ansatz, dem Problem zu begegnen. „Es ist auch immer eine Frage, wie die Schule selbst strukturiert ist“, sagt Schalitz. Würde sie über genug Schulsozialarbeiter und Ganztagsangebote verfügen, könnten Probleme gut intern ohne das Amt geregelt werden.

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