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Potsdam : Stiftung hilft Opfern der Psychiatrie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Büro öffnet in der kommenden Woche in Potsdam

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Wer als Kind in den 60er, 70er und teilweise auch noch 80er Jahren in eine Behinderteneinrichtung oder Psychiatrie in beiden deutschen Staaten untergebracht war, leidet teilweise bis heute unter den Folgen der damaligen Unterbringung. Um Betroffene zu entschädigen, haben der Bund, die Länder und die beiden großen Kirchen zum 1. Januar 2017 die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ gegründet und mit insgesamt 288 Millionen Euro ausgestattet. Das Land Brandenburg beteiligte sich daran mit 7,9 Millionen Euro.

Ab dem 3. April wird diese Stiftung auch ein Büro in Potsdam haben. Betroffene, die heute im Land Brandenburg leben, erhalten dort Hilfe und Beratung – unabhängig davon, ob sie einst in einer Einrichtung in der DDR oder der alten Bundesrepublik lebten. Angesiedelt ist die Anlaufstelle bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe.

„Wir erwarten für Brandenburg rund 2000 Betroffene“, sagte Poppe. Diese Zahl gehe davon aus, dass rund ein Viertel der Menschen, die dafür in Frage kommen, sich selbst oder mit Hilfe ihrer Betreuer an die Stiftung wenden würden.

„Die Stiftung kann das erlebte Unrecht nicht ungeschehen machen“, sagte Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) gestern in Potsdam. „Aber sie erkennt das erlittene Leid an und unterstützt die Betroffenen auch finanziell. Die Menschen, die Leid und Unrecht erlitten, benötigten sensible Beratung und Unterstützung, betonte die Sozialministerin.

Diana Golze (Linke).“ Heute würden viele Betroffene unter Folgen von Hospitalisierung oder zu starken Medikamentengaben leiden. Zudem hätten sie oft nicht die Ausbildung erhalten, die eigentlich für sie möglich gewesen wäre, erläuterte Diana Golze. Deswegen können die Betroffenen eine einmalige pauschale Geldleistung zur Verbesserung ihrer Lebenssituation erhalten. Und wer als Kind oder Jugendlicher arbeiten musste, ohne dass für ihn damals in die Rentenversicherung eingezahlt wurde, kann im Potsdamer Büro der Stiftung auch Rentenersatzleistungen beantragen.

 

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