Stiftung fordert Aufarbeitung rechter Straftaten

svz.de von
07. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Eine schnelle Aufklärung von Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund hat die Amadeu Antonio Stiftung gefordert. Die Todesopfer rechter Gewalt sollten endlich transparent und nachvollziehbar gezählt werden, teilte die Stiftung gestern in Berlin mit. Damit könnten die Angehörigen Gewissheit über das Mordmotiv erhalten. Seit Jahren wird über die Zählweise der von Rechtsextremisten verübten Straftaten gestritten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sollen 746 Fälle einzeln überprüft werden.

In Eberswalde (Barnim) ist gestern an den gewaltsamen Tod von Amadeu Antonio vor 23 Jahren gedacht worden. Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) sagte auf einer Gedenkfeier, die Stadt habe sich inzwischen zu einer toleranten und weltoffenen Stadt entwickelt, „in der rechtes Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nicht geduldet werden“. Dennoch sei die Gefahr von Rechts nicht gebannt. „Gegen die Versuche, Stimmung gegen Asylbewerber und Flüchtlinge zu machen, setzen wir in Eberswalde ganz bewusst eine Willkommens- und Teilhabekultur. Das sind wir auch Amadeu Antonio schuldig.“ Nach langen Diskussionen um die Erinnerung an den getöteten Vertragsarbeiter hat die Stadtverordnetenversammlung vor einem Jahr ein Gedenkkonzept verabschiedet. Im kommenJahr, am 5. Juli, soll nun das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio eröffnet werden.

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