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Brandenburg

16. Dezember 2017 | 08:25 Uhr

Steuerbescheid in 40 Tagen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgs Finanzbehörden liegen bundesweit mit an der Spitze

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 04:45 Uhr

Die Zeit läuft ab: Bis nächsten Dienstag müssen die Einkommensteuererklärungen für 2015 beim Finanzamt eingereicht werden – so man keinen Steuerberater bemüht oder eine Fristverlängerung beantragt hat. Dafür soll alles schneller gehen.

Wer auf eine Rückzahlung hofft, für den gibt es eine gute Nachricht: Der Brandenburger Fiskus hat die Bearbeitungszeiten spürbar verkürzt. Nach einer aktuellen Auswertung des Bundes der Steuerzahler brauchten die hiesigen Finanzämter im vergangenen Jahr durchschnittlich 40 Werktage für die Ausstellung des Bescheids. Das ist den Angaben zufolge der bundesweit drittbeste Wert nach Hamburg und Rheinland-Pfalz, die jeweils rund zwei Tage schneller waren.

Zum Vergleich: In Bremen dauerte es den Angaben zufolge 78 Tage, ehe der Bescheid in den Briefkasten flatterte, in Nordrhein-Westfalen waren es sogar bis zu 168 Tage. „Es ist nicht akzeptabel, wenn Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen“, sagt dazu Steuerzahlerbund-Präsident Reiner Holznagel. Schließlich würden viele Menschen eine Steuererstattung erwarten. Ein tolles Ergebnis wäre es, wenn innerhalb von zehn Tagen eine Steuererklärung korrekt bearbeitet werden könnte, gab Holznagel als Ziel aus.

Freilich sind die in der Auswertung genannten Daten lediglich Mittelwerte: Der Steuerzahlerbund selbst verweist darauf, dass die Bearbeitung im Einzelfall länger dauern kann. Das hänge jeweils von der Komplexität des Sachverhalts, dem Umfang und der Vollständigkeit der Angaben ab – auch mögliche Nachfragen des Amtes könnten die Bearbeitungszeit verlängern. Doch generell ist das Ergebnis aus Brandenburger Sicht bemerkenswert: Denn die hiesigen Finanzämter haben die Bearbeitungszeit binnen Jahresfrist um nicht weniger als zehn Tage verkürzt, wie der Steuerzahlerbund anmerkt.

Das Potsdamer Finanzministerium führt für die Fortschritte gleich drei Gründe an. Erstens: „Wir treiben die Automatisierung schon seit Jahren voran“, sagt Sprecher Thomas Vieweg. Das heißt, viele Einkommensteuerbescheide werden auf elektronischem Weg bearbeitet. Zweitens würden die Arbeitsabläufe effizienter gestaltet. Der Sprecher verweist darauf, dass 2013 die Finanzämter Finsterwalde und Calau und im vergangenen Jahr die Behörden in Fürstenwalde und Frankfurt (Oder) zusammengelegt wurden. Für die Bürger habe das keine Nachteile, weil es etwa in Fürstenwalde weiterhin eine Servicestelle gebe. Die größeren Ämter könnten aber die Einkommensteuerbescheide schneller bearbeiten, weil das Personal effektiver eingesetzt werden könne.

Drittens führt Vieweg an, dass Brandenburg seit 2010 wieder eigene Finanzbeamte ausbildet. Diese kämen nach und nach in die Finanzämter und würden den Personalbestand aufstocken und verjüngen. Heute sind nach Ministeriumsangaben mehr als 3200 Finanzbeamte in Brandenburg tätig.

Der Steuerzahlerbund empfiehlt denjenigen, die eine Erstattung erwarten, ihre Einkommensteuererklärungen frühzeitig abzugeben. Denn diese würden grundsätzlich in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Dagegen sei es unerheblich, ob man die ausgefüllten Formulare in Papierform einreiche oder am Computer übermittle. Elektronisch abgegebene Steuererklärungen würden nicht bevorzugt.
 

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