zur Navigation springen

Brandenburg : Start ins Berufsleben besser vorbereiten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vom Kabinett verabschiedete Landesstrategie stößt auf geteiltes Echo

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 15:21 Uhr

„Wir sind sehr zufrieden, dass es diese Landesstrategie jetzt gibt, aber in einigen Punkten muss unbedingt nachjustiert werden.“ So bewertet Pedro Braun, Referent für Schule und Wirtschaft bei der IHK Ostbrandenburg, jenes 60-seitige Konzept, das die Landesregierung gestern verabschiedet hat.

Die „Landesstrategie zur Berufs- und Studienorientierung im Land Brandenburg“ soll den Schulen Vorgaben machen, wie Schüler individuell und praxisnah auf das Berufsleben vorbereitet werden können. Das Konzept soll bereits im Laufe des aktuellen Schuljahres eingeführt werden. Zudem wird es im neuen Rahmenlehrplan als Querschnittsaufgabe in zahlreichen Unterrichtsfächern verankert. Den Schwerpunkt bildet dabei das Unterrichtsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik (W-A-T). Als Unterstützung für die Verankerung der Berufs- und Studienorientierung im Unterricht erhalten die Schulen im kommenden Sommer eine Handreichung, die zurzeit vom Landesinstitut für Schule und Medien erarbeitet wird. Die Lehrkräfte sollen entsprechend weitergebildet werden. Durch Betriebsbesichtigungen und das Kennenlernen von Berufsfeldern sollen Schüler Praxiserfahrungen machen.

Bildungsminister Günter Baaske (SPD): „Wir brauchen keine Pro-forma-Massenabfertigung beim kollektiven Betriebsbesuch, sondern müssen die individuelle Situation jedes Jugendlichen im Blick haben.“ Mitgearbeitet am Konzept haben neben der Arbeitsagentur, der Vereinigung der Unternehmensverbände und dem DGB auch die Handwerkskammer Frankfurt sowie die IHK Ostbrandenburg. In ihren Stellungnahmen verweisen sie bei aller Wertschätzung des Ansatzes darauf, dass die Strategie auch ausfinanziert sein müsse. „Die für die Umsetzung des Konzepts notwendige Bereitstellung von Lehrern ist bislang nicht sichergestellt“, betont Pedro Braun von der IHK Ostbrandenburg. Konkret seien zusätzliche Abminderungsstunden für Lehrer notwendig, also eine Reduzierung ihrer eigentlichen Unterrichtsstunden, damit sie sich in der Zeit dem Thema Berufsorientierung widmen können. Auch konkrete finanzielle Mittel seien notwendig, um die Strategie mit Leben zu erfüllen, ergänzt der IHK-Experte. „Wenn eine Abiturklasse aus der Uckermark zu einer Betriebsbesichtigung nach Frankfurt (Oder) will, fallen Fahrtkosten an“, gibt Braun zu bedenken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen