Tag der Bundeswehr : Stadtfest mit „Mars“ und „Boxer“

Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (M.) sowie der Storkower Kommandeur Thorsten Niemann (2. v. l.) und der Sprecher der Bundeswehr in Brandenburg Uwe Nowitzki (2. v. r.) stellten die Pläne für die Feierlichkeiten im Juni vor.
Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (M.) sowie der Storkower Kommandeur Thorsten Niemann (2. v. l.) und der Sprecher der Bundeswehr in Brandenburg Uwe Nowitzki (2. v. r.) stellten die Pläne für die Feierlichkeiten im Juni vor.

Storkow und das Führungsunterstützungsbataillon 381 feiern am 10. Juni gemeinsam.

svz.de von
05. Mai 2017, 05:00 Uhr

Missbrauchsvorwürfe und ein Rechtsextremismus-Skandal – in für die Armee unruhigen Zeiten wird am 10. Juni im Rahmen des Storkower Stadtfests der Tag der Bundeswehr gefeiert. Die Veranstalter erwarten 20 000 Besucher.

Es war die derzeit besonders im Fokus stehende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die 2015 jenen nun alljährlich im Juni bundesweit angesetzten Tag der offenen Tür bei der Truppe etablierte. In diesem Jahr sind 16 Standorte dabei, zum wiederholten Male auch Storkow (Oder-Spree) mit dem Sitz des Führungsunterstützungsbataillons 381.

Das Besondere: Die Soldaten laden diesmal nicht zu sich ein, sondern kommen in die Stadt. „In der Kaserne kann jeder – wir wollen zu den Leuten“, erklärte der Storkower Kommandeur Thorsten Niemann gestern bei der Vorstellung des Programms. Genauso hatte die CDU-Ministerin sich das gedacht: An dem Tag soll die Verbundenheit der Bundeswehr mit der Gesellschaft demonstriert werden.

Das dreitägige Stadtfest in dem 9000-Einwohner-Ort beginnt indes bereits am Freitag mit Konzerten auf dem Marktplatz. Den Auftakt macht um 17 Uhr mit „Kesh“ eine junge Band aus Fürstenwalde. Es folgen ein DJ-Duo und eine Partyband, bevor der Abend kurz vor Mitternacht mit einem Feuerwerk seinen Höhepunkt erlebt.

Mit einem Spektakel in den Lüften startet auch der Sonnabend: Ein Airbus A400M der Luftwaffe wird das Gelände im Tiefflug überqueren. Das 45 Meter lange Transportflugzeug ist stets einer der Stars auf der Luftfahrtausstellung in Schönefeld.

Es folgen zahlreiche Präsentationen. Rund 450 Bundeswehr-Angehörige sind im Einsatz. Die Feldjäger zeigen den Einsatz einer Ermittlerstreife sowie ihre Arbeit mit Hunden. Auf dem Storkower See drehen eine Marine-Barkasse und Speed-Schlauchboote mit Festgästen ihre Runden. Außerdem landet ein CH-35 in Storkow. Der Transporthubschrauber kann anschließend von innen besichtigt werden.

Vorgestellt werden außerdem das Flugabwehrraketensystem „Patriot“, das Artillerieraketensystem „Mars“, der Panzerwagen „Boxer“ und das Kettenfahrzeug „Hägglund“. Dessen nicht genug: Auch jene Technik, mit der die Bundeswehr Cyberangriffe abwehrt, wird in Storkow präsentiert. Genauso wie die hinteren Dienste – Feldküche, Feldpostamt und Familienbetreuungszentrum, also jene Stelle, über die Angehörige von Soldaten in Auslandseinsätzen unterstützt werden.

Wie es den Einheiten in Mali und Afghanistan geht, soll am 10. Juni per Live-Video-Schaltung in Erfahrung gebracht werden. Ebenfalls live zugeschaltet wird im Laufe des Tages Ursula von der Leyen, die am Tag der Bundeswehr traditionell an einem der Standorte eine Rede hält. Spätestens im Anschluss daran werden wohl auch in Storkow jene Themen diskutiert werden, die derzeit die Ministerin, viele Bürger und zahlreiche Soldaten umtreiben.

Auf die Frage, ob Eltern ihre Kinder angesichts der jüngst bekannt gewordenen Fälle von Erniedrigung, Missbrauch und Rechtsextremismus ruhigen Gewissens der Bundeswehr anvertrauen können, erklärte Oberstleutnant Uwe Nowitzki: „Ich kann nur für Brandenburg sprechen. Bei uns sind sie in guten Händen.“ Die hiesigen Standorte seien gut aufgestellt, ergänzte der Sprecher der Bundeswehr in Brandenburg.

Zurück zum Fest in der 1209 gegründeten Stadt: Für die Musik ist am Sonnabend unter anderem die Bigband der Bundeswehr zuständig. Kinderprogramme gibt es ebenso wie eine Blaulichtmeile, auf der sich auch Feuerwehr und Polizei präsentieren. Auf dem Burghof ist am Nachmittag sowie noch einmal am Sonntag die Storkower Sängerin Lisa Gräfe zu erleben. Der Sonntag bietet ab 11 Uhr reges Markttreiben und Partymusik. Um 16.30 Uhr läutet die „Münchener Freiheit“ das Finale des Fests ein.  

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