Prozess um Raub im A 10 Center : Spektakulären Diebstahl gestanden

Passanten gehen im A  10-Center an dem verhängten Juweliergeschäft vorbei, in das die Unbekannten eingebrochen waren, um die Auslagen auszuräumen.
Passanten gehen im A 10-Center an dem verhängten Juweliergeschäft vorbei, in das die Unbekannten eingebrochen waren, um die Auslagen auszuräumen.

Die Diebe sind mit der Beute aus dem A 10-Center schon auf dem Rückweg, als die Polizei eingreift / Angeklagte sagen vor Gericht aus

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07. November 2017, 05:00 Uhr

Die Beschuldigten im Prozess zu einem Diebstahl im A 10-Center bei Berlin samt wilder Fluchtfahrt haben ihre Beteiligung an der Tat gestanden. „Ich bereue mein Verhalten“, hieß es gestern zum Prozessauftakt in der Erklärung eines Angeklagten vor dem Landgericht Cottbus. Sein mutmaßlicher Komplize schilderte in seiner Erklärung, wie der Diebstahl aus seiner Sicht ablief.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 25- und 29-jährigen Männern vor, mit anderen unerkannt gebliebenen Tätern im Mai nachts im Lieferbereich über den Notausgang in das Einkaufszentrum in Wildau (Dahme-Spreewald) gelangt zu sein. Aus zwei Geschäften sollen sie unter anderem viele Smartphones und Geld gestohlen haben.

Der Fall erregte deshalb so großes Aufsehen, weil die Täter nach dem Diebstahl mit ihrem Auto auf der Flucht vor der Polizei in einer Tür der Ladenzeile stecken blieben. Die Männer flüchteten dann zu Fuß, einige entkamen.

Beide Angeklagte gaben vor Gericht an, als Mitfahrer auf dem Rücksitz des Fluchtautos gesessen zu haben und damit den Wagen nicht gesteuert zu haben. Laut Anklagebehörde stoppte der Wagen zunächst als das Polizeifahrzeug entgegenkam – und beschleunigte dann. Der Fahrer des Polizeiwagens fuhr rückwärts, um eine Kollision zu vermeiden. Der 29-jährige Angeklagte betonte zu der Beschleunigung: „Ich war damit nicht einverstanden.“ Er habe einfach nur flüchten wollen. Sein Versuch, während der Fluchtfahrt auszusteigen, sei aber misslungen, weil die Zentralverriegelung aktiviert gewesen sei.

Den Männern, die beide zuletzt in Berlin wohnten und in Untersuchungshaft sitzen, wird unter anderem schwerer räuberischer Diebstahl, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung vorgeworfen. Zeugen wurden zum Prozessauftakt noch nicht gehört.

Neben anderen sollen im weiteren Verlauf Polizisten zu dem Tathergang befragt werden. Der Prozess soll am kommenden Montag fortgesetzt werden. Insgesamt hat das Landgericht für die Verhandlung bislang Termine bis Mitte Dezember geplant.

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