Ernte in Brandenburg : Spargelsaison mit Preisrekord

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Nach Ertragseinbruch im Vorjahr fällt Ernte in der Mark wieder gut aus. Langsamer Saisonstart verhilft Preisen auf die Sprünge.

svz.de von
20. Juni 2016, 05:00 Uhr

Kurz vor Ende der Saison ziehen Brandenburgs Bauern mit der diesjährigen Spargel-Ernte eine weitgehend positive Bilanz. „Es war insgesamt zufriedenstellend, wenn auch nicht überragend“, sagt der Beelitzer Spargelbauer Jürgen Jakobs. Nach einem Einbruch im letzten Jahr hätten sich die Erträge in diesem Jahr wieder normalisiert. „2014 war das beste Jahr der letzten zehn Jahre, 2015 das schlechteste. Jetzt sind wir wieder im Mittelfeld“, so Jakobs. Auch Eckard Kuhl aus Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) zeigte sich mit einer „durchschnittlichen, aber guten Saison“ zufrieden.

Nach einem durchwachsenen Frühling fiel die Saison in diesem Jahr Marktexperten zufolge untypisch aus. Durch den kalten April blieb das Angebot bis Mitte Mai deutlich hinter der Nachfrage zurück. „Man kann sagen, dass wir gegen Pfingsten einen zweiten Saisonstart hatten und die Spargel-Ernte erst dann richtig durchgestartet ist“, sagte der Geschäftsführer des Brandenburger Gartenbauverbands, Andreas Jende.

Dabei war das land Brandenburg weniger betroffener als andere Anbaugebiete im Westen und Süden Deutschlands.

Der langsame Saisonbeginn half jedoch den Preisen auf die Sprünge: Nach vorläufigen Schätzungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) zahlten Verbraucher von April bis Mitte Juni im Schnitt 7,30 Euro für ein Kilo weißen Spargel aus Deutschland – ein Anstieg von neun Prozent im Vergleich zu 6,69 Euro pro Kilo im gleichen Zeitraum im letzten Jahr. Nach einem anfänglichen Boom sackten Preis und Nachfrage zum Juni hin jedoch ab.

Schuld daran sei neben dem größeren Angebot nach Pfingsten und dem abnehmendem Käuferinteresse zu Saisonende auch die Fußball-EM: „Die Leute gehen dann eher in die Kneipe als in die Gaststätte“, so Jende.

Der Spargelanbau wird in Brandenburg auf mehr als 4500 Hektar Fläche betrieben. Die Region um Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ist das drittgrößte zusammenhängende Anbaugebiet in Deutschland nach Schwetzingen (Baden-Württemberg) und Nienburg (Weser). Offiziell endet die Spargelsaison mit dem Johannistag am 24. Juni.

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