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Drohungen gegen Veterinäre : Sorgen mit privaten Tierhaltern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mitarbeiter der Veterinärämter werden angefeindet

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Weniger große Betriebe als vielmehr private Tierhalter machen in Brandenburg Probleme mit Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Bei Agrarbetrieben finden Veterinärämter weniger Verstöße, zu privaten Haltern müssen sie häufiger ausrücken.

Nach Angaben des Ministeriums für Verbraucherschutz gehen die Verstöße in kontrollpflichtigen Betrieben zurück. 2015 wurden 289 Verstöße registriert – fast 200 weniger als im Jahr davor. Zahlen für 2016 werden noch ermittelt. „Die häufigsten Mängel kommen in den Bereichen Gebäude und Unterbringung sowie Füttern, Tränken und beigefügte Stoffe vor“, sagte der Sprecher.

Der Uckermärker Amtstierarzt Achim Wendlandt berichtete vom Anbinden von Kälbern und zu später Behandlung kranker Tiere. „Auch tote Tiere werden zu spät auf den Anlagen entfernt“, sagte er über Geflügelzüchter. In anderen Landkreisen gibt es Probleme mit zu wenig Licht in den Ställen und bei der Versorgung mit Tränkwasser.

In der Uckermark fallen private Tierhalter von Hunden und Katzen auf. „Dreimal pro Woche werden uns Fälle gemeldet“, sagte Wendlandt. Es gehe um verwahrloste Tiere auf großen Höfen und Nachbarschaftsstreit.

Besonders in Städten fallen private Tierhalter negativ auf: So gehen die jährlich 150 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Frankfurt (Oder) meist auf private Halter zurück, so Amtstierärztin Claudia Schütte. „Oft lebt ein Hund nur auf dem Balkon und kommt nicht raus.“ Dann gebe es Messies, die zu viele Tiere in einer zu kleinen Wohnung hielten.

Tierschützer und Veterinärämter haben Rechtsprobleme. So werden Wendlandt und sein Team nicht auf das Grundstück gelassen. „Polizei und Ordnungsbehörden können wir nur bei Gefahr in Verzug einschalten“, erklärte er – also wenn es um das Leben des Tieres gehe. Dann bestehe mit gutem Zureden die Chance, Tiere vor dem Grundstück zu kontrollieren, aber manchmal komme es nicht zum Gespräch.

Mitarbeiter des Uckermärker Veterinäramts wurden mehrmals beleidigt. „Kontrolleure sind verbalen Angriffen oft ausgesetzt“, sagt der Sprecher des Landkreises Barnim. Üble Nachrede und Unwahrheiten in sozialen Medien und Belästigung am Telefon treffen Mitarbeiter in Teltow-Fläming. In Frankfurt gab es Angriffe auf Kontrolleure. 

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