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Schlechte Bezahlung : Sorge um fehlenden Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgs Finanzämter können in den kommenden Jahren Lücken durch Generationswechsel nicht schließen.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Aus 1000 mach‘ 90! Dieses Verfahren läuft zurzeit an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Rund 1000 Bewerber hatten sich Ende vergangenen Jahres gemeldet, um im September 2017 eine Ausbildung oder ein Studium zum Finanzwirt beziehungsweise Diplomfinanzwirt zu starten.

Was nach großem Andrang klingt, wird im Finanzministerium eher als besorgniserregend angesehen. In den vergangenen Jahren waren es mehr Schulabgänger, aus denen die Besten für die künftige Arbeit in den Finanzämtern ausgewählt werden konnten.

Die Gewerkschaft warnt vor einem Absinken des Ausbildungsniveaus, wenn in der Auswahl künftig Abstriche gemacht werden sollten. Die Anforderungen sind hoch und sollten es auch bleiben. Laut dem Landesvorsitzenden Hans-Holger Büchler ist die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze in den vergangenen Jahren zwar leicht gestiegen – aber immer noch viel zu gering, um die Altersabgänge der kommenden Jahre zu kompensieren.

Da in den Jahren von 2005 bis 2009 überhaupt kein Nachwuchs in Brandenburg ausgebildet wurde, sei die Lücke nur schwer zu schließen. Zumal sich ähnlich wie bei Polizei und Lehrerberufen auswirkt, dass Brandenburg weniger zahlt als andere Bundesländer, so der Gewerkschafter. Selbst innerhalb der Landesverwaltung seien Abwanderungen hin zum Innenministerium und zum Rechnungshof zu erleben.

Laut Büchler braucht gerade in der Finanzverwaltung der Nachwuchs lange Einarbeitungszeiten, in denen er vom Erfahrungsschatz der älteren Kollegen profitiert. Wenn in den nächsten Jahren fast ein Drittel der rund 3500 Finanzbeamten in Pension geht, sei der Generationswechsel mit jährlich 90 Studien- und Ausbildungsplätzen nicht zu bewerkstelligen, warnt Büchler weiter.

Mit Auftritten auf Ausbildungsmessen versuchen die Finanzämter seit Jahren, das Interesse bei Schülern zu wecken. Ingrid Matern, Sprecherin des Finanzministeriums, verweist darauf, dass originelle Messestände für die Kampagne „Steuer Deine Zukunft“ angeschafft wurden. Außerdem wird jedes Jahr mit einem Radiospot geworben. Rund 50 000 Euro wurden für die Werbekampagnen im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt. „Leider sind die Berufe und die Fachhochschule immer noch viel zu unbekannt“, klagt die Pressesprecherin.  

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