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Brandenburg

20. November 2017 | 13:07 Uhr

Verkehr : Sorge um Bahnwerk Eberswalde

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburger Wirtschaftsminister Albrecht Gerber ist bestürzt über die Insolvenz

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Nach dem Insolvenzantrag der EBW Eisenbahnwerk Eberswalde GmbH macht sich wieder Unruhe rund um das Unternehmen breit. „Ich bin sehr besorgt und bestürzt über diese Entwicklung“, erklärte gestern Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Nach all den Kämpfen um den Erhalt des Werkes sei dies ein „echter Tiefschlag“. Er stehe mit Betriebsleitung und Betriebsrat im engen Kontakt, betonte der Minister. Nun werde zunächst der Insolvenzverwalter die Lage sondieren. Es müsse eine Perspektive für die Beschäftigten geben.

Das Unternehmen hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es einen Liquiditätsengpass überbrücken müsse und daher einen Insolvenzantrag gestellt habe. Die Arbeit an zwei Großaufträgen für die Norwegische Staatsbahn und ein Unternehmen aus Bayern laufe weiter. Erst vor einer Woche hatte die Geschäftsführung verkündet, dass „mit einem führenden Güterwagenhalter“ ein weiterer Vertrag über die Instandsetzung von 15 000 Radsätzen unterzeichnet worden sei.

Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) rief dazu auf, Ruhe zu bewahren. „Das ist keine schöne Situation, aber der Antrag auf Insolvenz ist im Augenblick der rechtlich verpflichtende Schritt“, erklärte er. Ziel müsse die Weiterführung des Unternehmens und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter sein. „Die Insolvenz ist nicht zwangsläufig mit dem Ende eines Unternehmens gleichzustellen“, betonte Boginski.

Der Betriebsratsvorsitzende Andreas Hoffmann wollte sich gestern nicht zum Insolvenzantrag äußern. Noch Anfang März hatte er gesagt, dass überall im Werk Aufbruchstimmung spürbar sei.

Jahrelang war um die Zukunft des von der Deutschen Bahn aufgegebenen Werkes gerungen worden. Auf Vermittlung des Landes hatte zum 1. Januar die Quantum Capital Partners AG den Betrieb über die Tochter EBW übernommen. Von 162 Mitarbeitern ist ein Teil in Kurzarbeit. Der Barnimer Linken-Chef Sebastian Walter kritisierte Quantum: „Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Betreiber hier zockt und auf dem Rücken der Beschäftigten noch mehr herauspressen will.“ 

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