Brandenburg : So wenige Polizisten wie noch nie

Weniger Kollegen, trotz Mehrbelastung: Das soll sich in Brandenburg aber ab Oktober ändern.
Weniger Kollegen, trotz Mehrbelastung: Das soll sich in Brandenburg aber ab Oktober ändern.

Innenminister Schröter erwartet jedoch 160 neue Anwärter zum 1. Oktober

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15. September 2017, 05:00 Uhr

In Brandenburg waren am 1. September nur noch 7930 Polizeibeamte im Dienst. Damit hat die Zahl der Polizistinnen und Polizisten im Land einen „Tiefstand“ erreicht, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter gestern im Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Brandenburger Landtags.

Zum ersten Oktober werde man aber 160 fertig ausgebildete Anwärter von der Fachhochschule in Oranienburg übernehmen, so dass es dann 8070 Bedienstete bei der Polizei gebe. „Die These: Die Polizei wird weniger, greift nur noch bis zum 30. September“, sagte Schröter. „Danach gilt: Polizei wird mehr, und zwar bis zur planmäßig vorgesehenen Zielzahl.“ Im Haushalt 2017/2018 waren für das Jahr 2018 insgesamt 8250 Stellen bei der Polizei vorgesehen. Wie Schröter ausführte, werden derzeit alle in Pension gehenden Beamten angeschrieben und über die Möglichkeit informiert, für einen Zuschuss von bis zu 400 Euro pro Monat länger im Dienst zu bleiben. Seit 2009 seien 209 Anträge von 129 Beamten bewilligt worden. Ab dem kommenden Jahr würden zudem die erhöhten Ausbildungszahlen in Oranienburg spürbar: 2015 wurden 300 Anwärter, im Jahr 2016 wurden 350 Anwärter und 2017 wurden 402 Anwärter in Oranienburg eingestellt. Theoretisch könnte die Zahl der Polizisten sogar noch schneller wachsen: Mehr als 50 Beamte aus Berlin hätten Interesse bekundet, nach Brandenburg zu wechseln. Eine Vereinbarung der Innenminister zum Schutz vor dem gegenseitigen Abwerben der Polizisten der Länder verhindere das jedoch. Vor den Landtagshaushältern forderte Schröter zudem die Schaffung eines Internats an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg: „Wir werden nicht umhinkommen, geeignete Jugendliche aus anderen Bundesländern für unsere Polizei zu werben. Dafür braucht es aber bezahlbare Unterkünfte.“

Auf eine Nachfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Steeven Bretz nach den Krankentagen erklärte Schröter, der Krankenstand bei Brandenburgs Polizisten sei trotz Mehrbelastungen in den Vorjahren zurückgegangen. Während ein Polizist im Jahr 2014 35,7 Tage im Jahr krank war, waren es 2016 35,5. Bretz betonte, er freue sich, dass nun der Tiefpunkt erreicht sei, und „sich die Einsicht durchgesetzt hat, die Polizei nicht kaputtzusparen“.


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