Perleberger Eisenbahngeschichte : Sie waren Experten für Kleinwagen

Solche Schmalspurtransportwagen wurden bis 1992 in Perleberg gewartet.
Solche Schmalspurtransportwagen wurden bis 1992 in Perleberg gewartet.

Vor 25 Jahren endete mit der Schließung der Werkabteilung ein Stück Perleberger Eisenbahngeschichte.

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24. November 2017, 12:00 Uhr

Vor 25 Jahren endete in Perleberg eine Ära der Eisenbahngeschichte. 1992 schloss die Werkabteilung, erinnert Mario Sembritzki von der Traditionsgemeinschaft Deutsche Reichsbahn Wittenberge. „Die bis dahin durchgeführten Arbeiten der noch verbleibenden zirka 60 Mitarbeiter an den Schmalspurbahnen der Deutschen Reichsbahn wurden ins Wittenberger Stammwerk, dem Reichsbahnausbesserungswerk, verlagert“, sagt er.

Die Werkabteilung Perleberg wurde 1911 als Hauptwerkstatt der Kleinbahnen der Kreise West- und Ostprignitz gegründet. Sie war für die Instandhaltung aller Lokomotiven und Wagen der Gesellschaft zuständig. Nach Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn (DR) wurde die Werkstatt dem Raw in Wittenberge zugeteilt.

Zunächst wurden auch Wagen und Triebfahrzeuge im Stammwerk bearbeitet, dann aber nur noch die Wagen in Perleberg aufgearbeitet. Auch unter Führung der DR blieb die Werkabteilung für die Instandsetzung der Schmalspurwagen des Perleberger Schmalspurnetzes zuständig. „Als 1967 die Werkabteilung schrittweise die Instandsetzung aller schmalspurigen Wagen der Deutschen Reichsbahn übernahm, führte das zu einer enormen Steigerung an Fertigungsstunden“, berichtet Mario Sembritzki. „Das Werk geriet an seine Kapazitätsgrenzen.“

Im Inneren der Werkhalle transportierte die Schiebebühne die Fahrzeuge in die einzelnen Abteilungen. Es gab eine Lackierhalle, eine Stellmacherei, eine Schmiede, eine Dreherei, eine Sattler- und Glaswerkstatt, eine kleine Gießerei und eine Schlosserwerkstatt für die unterschiedlichsten Montagearbeiten.

„Nachdem sich eine geplante Neubeschaffung von Schmalspurreisezugwagen für die DR aus finanziellen Gründen zerschlug, begann die Werkabteilung Perleberg mit der grundlegenden Erneuerung der zum Teil schon über 70 Jahre alten vorhandenen Wagen“, weiß Mario Sembritzki. „1977 wurde der erste Reko-Wagen abgeliefert.“ In den folgenden Jahren wurde nach und nach fast der gesamte schmalspurige Reisezugwagenpark der DR umgebaut. Mit der Schließung endete im März 1992 das Umbauprogramm.

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