Ansprechpartner für Ältere : Senioren hoffen auf ihren Beauftragten

Mobilität bleibt ein wichtiges Thema für Brandenburgs Senioren und ihre Interessenvertreter.
Mobilität bleibt ein wichtiges Thema für Brandenburgs Senioren und ihre Interessenvertreter.

Wichtiger als ein Seniorenteller im Restaurant sind Fragen wie: Wo ist der Arzt, wie kommt man hin, bleibt die Miete bezahlbar und was passiert bei Pflegebedürftigkeit

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05. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Brandenburgs Seniorenrat begrüßt das Vorhaben der geplanten Koalitionsregierung von SPD, CDU und Grünen, im Land einen Beauftragten für ältere Menschen zu installieren. „Wir brauchen einen direkten Ansprechpartner“, sagte Wolfgang Puschmann, Vorsitzender des Seniorenrates. Bislang gibt es bereits Integrations-, Behinderten- sowie Gleichstellungsbeauftragte.

In einem Brief hatte sich im 2018 der Seniorenrat an die Fraktionen des Landtages, die Ministerien und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gewandt. „Schon damals hatten wir einen Seniorenbeauftragten und einen direkten Interessenvertreter in der Landesregierung gefordert“, so Puschmann. Das Amt sollte direkt in der Staatskanzlei angesiedelt werden. Seniorenpolitik sei eine Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Ressorts ziehe. „Sie betrifft alle Bereiche des täglichen Lebens“, betont Puschmann.

Er verwies darauf, dass die bisherigen seniorenpolitischen Leitlinien der Landesregierung ausliefen. „Das muss nun fortgeschrieben werden“, so Puschmann. Zuletzt habe es schon ein Maßnahmepaket gegeben.

Das sei ein Anfang gewesen, reiche aber nicht. Im Land leben rund 598 900 über 65-Jährige. Das entspricht laut Sozialministerium 24 Prozent der Gesamtbevölkerung. Es wird damit gerechnet, dass 2040 mehr als 802 000 Menschen im Land leben, die den 65. Geburtstag hinter sich haben. Das wären dann 37 Prozent der Gesamtbevölkerung.

„Wichtig ist für die Senioren das Thema Infrastruktur“, sagte Puschmann. Auch auf dem flachen Lande müssten Ältere von A nach B kommen, zum Einkaufen und Arzt. Es gehe um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Für den Seniorenbeauftragten ergebe sich auch eine wichtige Aufgabe, wenn es um bezahlbares altersgerechtes Wohnen der Brandenburger geht. „Wir brauchen einen Ansprechpartner mit direktem Draht in die Landesregierung, dem die Probleme und Unzulänglichkeiten vor Ort übermittelt werden können“, so der Vorsitzende des Seniorenrates.

Senioren würden zwar schon Gehör im Land finden. Aber die Wege seien noch zu lang. „Das ist uns bislang zu wenig. “ Man wolle auch Projekte machen, damit Probleme gelöst können. „Als Ehrenamtliche tun wir uns schwer in der Beantragung von Fördermitteln. Da könnte der Seniorenbeauftragte aktiv werden“, sagte Puschmann.

Senioren von heute seien anders als noch vor 20 Jahren. „Wir sind top fit“, so der 80-jährige Puschmann. Bis 2004 leitete er ein Gymnasium in Potsdam. „Alter wollen wir nicht unbedingt mit Pflegebedürftigkeit verbinden. Wir wollen aber vorbereitet sein und die Bedingungen schaffen, damit es dann weiter klappt“, sagte er.

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