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Demografischer Wandel : Senioren bislang keine „Impfmuffel“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gesundheitsvorbeugung im Leitlinienkonzept zur Seniorenpolitik der Landesregierung wichtiges Thema

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Bislang sind Brandenburger Senioren keine „Impfmuffel“. Auch mit zunehmendem demografischen Wandel und älter werdender Bevölkerung solle das weiter so bleiben, erklärte eine Sprecherin der Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg. Im gerade von der Landesregierung beschlossenen Leitlinienkonzept und Maßnahmenpaket zur Seniorenpolitik sind Gesundheitsförderung und -vorbeugung – wie auch Impfungen – ein wichtiges Thema.

Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) hatte sich bei der Präsentation gesorgt, dass Senioren sich möglicherweise künftig weniger impfen lassen. Sie warnte vor Nachlässigkeiten. Bei dem Leitlinienkonzept geht es auch um Prävention und Gesundheitsförderung. Durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil sollen unter anderem Körper und Geist ihre Fähigkeiten bis ins hohe Alter bewahren, hieß es. Allgemeine Auswertungen zu Impfzahlen speziell bei älteren Menschen liegen für das Land nicht vor, so die Kassenärztliche Vereinigung (KV).

Erschwerend für die Senioren kämen Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck hinzu. „Eine Impfung ist deshalb die einfachste und sicherste Methode, um gefährliche Infektionskrankheiten zu verhindern“, so die KV. So ließen sich 32 Prozent der Brandenburger im Alter zwischen 60 und 64 Jahren 2014 gegen Pneumokokken - sie können Lugenentzündung verursachen – impfen. Bundesweit waren es 15 Prozent. Mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen hatte sich in Brandenburg in der Saison 2015/16 für eine Grippeschutzimpfung entschieden – im Bundesdurchschnitt waren es 35 Prozent.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt für Menschen ab 60 Jahren insbesondere Schutzimpfungen gegen Grippe, Pneumokokken sowie Diphterie, Tetanus und Keuchhusten. Sie werden von den Krankenkassen bezahlt. Die Impfung gegen Grippe muss jedes Jahr aufgefrischt werden, die gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten alle zehn Jahre.

Das Brandenburger Bündnis „Gesund Älter werden“ kümmert sich seit Jahren um den Impfschutz für Ältere. Vor allem Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollen für das Thema sensibilisiert.

Derzeit leben in Brandenburg rund 567 000 Menschen, die über 65 Jahre alt sind. Bis 2040 werden es nach Prognosen rund 800 000 sein – etwa 37 Prozent der Gesamtbevölkerung.  

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