Parteitag : Senftleben setzt bei der CDU auf das Wir-Gefühl

CDU-Landesvorsitzender Ingo Senftleben und Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU) stehen während des Landesparteitages der CDU Brandenburg auf der Bühne.
CDU-Landesvorsitzender Ingo Senftleben und Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU) stehen während des Landesparteitages der CDU Brandenburg auf der Bühne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt die märkischen Christdemokraten

svz.de von
05. Juni 2016, 22:06 Uhr

Streicheleinheiten von Kanzlerin Angela Merkel, demonstrative Einigkeit und das große Ziel, die Kreisreform zu verhindern. Die brandenburgische CDU bestritt am Freitagabend in Prenzlau (Uckermark) einen ihrer harmonischsten Parteitage.

Es gibt Parteitage zum Streiten, um wichtige Personalien zu klären oder Weichen neu zu stellen. Das alles gab es in der Brandenburger Union zur Genüge. Um so größer die Genugtuung in der Parteispitze um Ingo Senftleben, dass seit mehr als einem Jahr Ruhe und Einigkeit herrscht im Landesverband. Eine Chance, sich einmal auf einem Parteitag selbst zu feiern und sich von der Bundesvorsitzenden loben zu lassen.

Angela Merkel hatte sich lange nicht sehen lassen bei den märkischen Christdemokraten. Als sie kurz nach Parteitagsbeginn Einzug in der Uckerseehalle hielt, wurde sie begrüßt wie ein Popstar. Der einzelne Ruf „Merkel muss weg“ vor der Halle ging unter. Als Templinerin sei sie ein wenig neidisch auf die Entwicklung von Prenzlau, ging sie den Lokalmatadoren um den Bart.

Merkel ermunterte die Brandenburger Parteifreunde, Strukturreformen von unten, vom Bürger aus anzugehen. Das Land werde mit Rot-Rot unter Wert verkauft, rief sie den rund Delegierten zu. Vor allem bemühte sie sich, ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik zu erklären. Ein großer Rundumschlag von gemeinsamen europäischen Werten, der Sicherung der Außengrenzen, der Offenheit gegenüber jenen, die vor Kriegen fliehen und der Verpflichtung, die Ursachen der Flucht zu bekämpfen.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Parteitages war ein Leitantrag zur Strukturreform. Darin wird das Vorgehen von SPD und Linker bei den Strukturveränderungen verurteilt. Statt riesiger Kreise und Einkreisungen sollte auf freiwillige Zusammenarbeit von Kreisen gesetzt werden. Landesvorsitzender Ingo Senftleben erklärte, dass das große Reformvorhaben der Koalition längst gescheitert sei. Alle Landräte und Oberbürgermeister, selbst die der SPD und der Linken, hätten sich gegen das Projekt ausgesprochen. Nur der große „Schweiger“ aus Forst – Regierungschef Dietmar Woidke –und sein Innenminister hielten noch daran fest. Ihnen gehe es vor allem darum, die Macht für die SPD zu erhalten. Senftleben bemühte sich in seiner Rede , viel Persönliches zu vermitteln und das Wir-Gefühl des Landesverbandes zu pflegen. Bei strahlendem Sonnenschein, Grillständen und Bier glich das Treffen der Christdemokraten ohnehin einer Sommerparty.

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