Seltene Rohstoffe werden rentabel

Erfolgreiche Probebohrungen im südbrandenburgischen Spremberg. Die Kupfervorkommen sind größer als erwartet. Foto: dpa
Erfolgreiche Probebohrungen im südbrandenburgischen Spremberg. Die Kupfervorkommen sind größer als erwartet. Foto: dpa

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07. November 2010, 05:34 Uhr

Cottbus | Brandenburg ist reich an Bodenschätzen. Vor allem in der Lausitz lagern wertvolle Erze tief in der Erde. Neben der seit mehr als 100 Jahren geförderten Braunkohle rücken aufgrund steigender Rohstoffpreise nun auch kleinere Lagerstätten in den Fokus von Bergbaufirmen. In Südbrandenburg soll in den kommenden Jahren Kupfer und Erdöl abgebaut werden. "Rohstoffe sind mittlerweile rar auf der Welt, deshalb werden Nischen interessanter", sagt der Präsident des brandenburgischen Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Klaus Freytag. Bei Spremberg im Landkreis Spree-Neiße werden derzeit Kupfervorkommen untersucht, die schon zu DDR-Zeiten bekannt waren.

"Seit den 90er Jahren ist der Kupferpreis stark gestiegen, so dass sich heute ein Abbau lohnt", begründet der Geschäftsführer der Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL), Thomas Lautsch, das Interesse seiner Firma. Zudem sei zu erwarten, dass die Nachfrage nach Rohstoffen auch in den kommenden Jahren weiter steigen werde. Probebohrungen hätten ergeben, dass die brandenburgisch-sächsische Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife rund 200 Millionen Tonnen erzreiches Gestein enthalte.

Der von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Region gibt der Kupferbergbau neue Perspektiven. "Allein bei der KSL werden etwa 1000 direkte Arbeitsplätze entstehen", sagt Lautsch. Zudem könnten Hunderte weitere Jobs in der Zulieferindustrie geschaffen werden.

Die Bergbaufirma wolle 2013 damit beginnen, im Industriegebiet Spremberg-Ost das erste Kupfererzbergwerk zu errichten. Wenig später soll mit dem Abteufen zweier Schächte begonnen werden. "Der Produktionsbeginn ist nach aktuellen Bewertungen für das Jahr 2017 geplant", sagt Lautsch.

Im Sommer hatte die KSL ihr Erkundungsprogramm für die Lagerstätte abgeschlossen. "Zurzeit befinden wir uns im Analyse- und Genehmigungsverfahren", schildert Lautsch das Vorgehen. Dabei würden die Erdkerne der Probebohrungen weiter untersucht und der Rahmenbetriebsplan erstellt. Die Bergbaufirma habe bisher einen Betrag im hohen einstelligen Millionenbereich investiert. "Das Landesbergamt hat uns die Gewinnungsrechte für den brandenburgischen Teil der Lagerstätte erteilt", fügt Lautsch hinzu.

Neben dem Kupfer wird in der Lausitz derzeit intensiv nach Erdöl gesucht. Das deutsch-kanadische Unternehmen Central European Petroleum GmbH (CEP) hatte bereits Ende 2009 auf einer 1800 Quadratkilometer großen Fläche zwischen Lübben (Landkreis Dahme-Spreewald) und Jänschwalde (Landkreis Spree-Neiße) mit einem seismischen Erkundungsprogramm begonnen und ein sogenanntes Tiefenmodell erstellt, um Erkenntnisse über mögliche Erdöllagerstätten abzuleiten.

"Wir sind mit den Ergebnissen der bisherigen Analysen sehr zufrieden", sagt Jacobus F. Bouwman, Mitglied der CEP-Geschäftsführung. Die Ölsuche sei in Brandenburg zwar ein großes finanzielles Risiko. Dennoch gehe der Firmenvorstand davon aus, dass sich das eingesetzte Kapital "in einem Bereich der Verdoppelung bis hin zum 50-fachen Gewinn" bewege. Bouwman verweist auf frühere Abbaugebiete in Tauer und Märkisch-Buchholz, bei denen eine Million Barrel Öl und mehrere Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert wurden.

"Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in den angrenzenden Gebieten ähnliche Vorkommen gibt", sagt Bouwman. CEP sei zuversichtlich, dass sich der Abbau von Erdöl und Erdgas in der Lausitz lohne.

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