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Brandenburg

13. Dezember 2017 | 17:58 Uhr

Schweinegrippe grassiert in der Mark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Derzeit dominierendes H1N1-Virus ist auch für jüngere Menschen gefährlich

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die diesjährige Grippewelle hat deutschlandweit bisher nachweislich 27 Tote gefordert. Auffällig ist das häufige Auftreten des Schweinegrippenvirus, dem allein elf Menschen zum Opfer fielen. Ob auch eine 34-jährige Frau aus Hennigsdorf daran starb, wird noch untersucht.

Bis gestern waren in Brandenburg insgesamt 416 Influenzanachweise gemeldet. Darin enthalten sind 125 Fälle mit dem Erreger der sogenannten Schweinegrippe – dem H1N1-Virus. Laut dem Potsdamer Gesundheitsministerium dominiert dieses derzeit in Deutschland und Europa und kann auch bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankung schwere Krankheitsverläufe verursachen. Bisher galten vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere als besonders Grippe-gefährdet.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass bei der Obduktion einer mit 34 Jahren verstorbenen Frau in Hennigsdorf (Oberhavel) das H1N1-Virus festgestellt worden war. Auf die Frage, ob dieses die Todesursache war, sagte Oberhavels Amtsarzt Christian Schulze gestern: „Wir können keine klare Kausalität herstellen.“ Der Todesfall sei an das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit gemeldet und an das Robert-Koch-Institut weitergeleitet worden. Auch in Polen gab es allein in der vergangenen Woche 14 Todesfälle wegen Schweinegrippe.

Experten sowohl aus den Bundesländern wie auch vom Robert-Koch-Institut sehen im bisherigen Verlauf der diesjährigen Grippe-Saison, die gewöhnlich Mitte Februar ihren Höhepunkt erreicht, aber noch nichts Außergewöhnliches. „Alle Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, da die Grippe als Todesursache insbesondere bei älteren Menschen oft gar nicht erkannt wird, weil es keine Laboruntersuchungen gibt“, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts.

Die sogenannte Schweinegrippe sorgt seit einer weltweiten Epidemie in den Jahren 2009/2010 für Aufmerksamkeit, weil ihr Erreger damals neu war und noch kein Impfstoff existierte. Dieser wurde inzwischen entwickelt und ist im aktuellen Influenza-Impfstoff enthalten. Zahlreiche Mediziner raten deshalb auch jetzt noch zur Grippe-Impfung, obwohl der ideale Zeitpunkt dafür im Herbst liegt. Zudem sollte man sich häufig die Hände waschen und größere Menschenansammlungen meiden, um sich vor den Viren zu schützen.  

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