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Brandenburg

15. Dezember 2017 | 20:56 Uhr

Schutz vor Angriffen aus dem Netz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der „Ändere-Dein-Passwort-Tag“ soll Computernutzer animieren, Passwörter zu erneuern / In Kommunalverwaltungen ist das Alltag

In Brandenburgs Kommunalverwaltungen steigen durch die zunehmende digitale Vernetzung die Sicherheitsanforderungen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zum morgigen  „Ändere-Dein-Passwort-Tag“.

„Gut 60 000 Euro stehen uns jährlich für die IT-Sicherheit zur Verfügung“, sagt die Sprecherin der Gemeinde Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark), Martina Belack. Stetige Aktualisierungen von Soft- und Hardware würden aus dem 250 000 Euro umfassenden Jahresbudget für den IT-Bereich der Gemeindeverwaltung abgedeckt. Die rasante Entwicklung der digitalen Welt erfordert laut der Sprecherin immer größere Speicherkapazitäten, regelmäßige Aktualisierung der Firewalls und Technik auf dem neuesten Stand. Zudem gebe es Sensibilisierungsschulungen für Mitarbeiter und regelmäßige Passwortwechsel.

„Auch in Oranienburg schreitet die Digitalisierung der Verwaltung rasch voran, was diese an einem neuen Gesamtsicherheitskonzept feilen lässt, wie eine Stadtsprecherin mitteilt. „Die letzten zehn Jahre stehen für zunehmende Vernetzung, Virtualisierung, Digitalisierung der Verwaltung und Einführung mobiler Geräte“, berichtet sie. Das betreffe auch kommunale Einrichtungen, wie eine im Vorjahr eröffnete Grundschule. Sie stelle mit Multimediaausstattung, Whiteboards, Wlan und einer Schulmanagementlösung ein „Leuchtturmprojekt“ für die Stadt dar.

Damit steigen der Sprecherin zufolge die Ausgaben für die IT-Sicherheit stetig. Neben technischen Maßnahmen spiele die Sensibilisierung der Mitarbeiter eine große Rolle. „Regelmäßiger Passwortwechsel ist Standard“, betont sie. Langfristiges Ziel der Stadt sei es, bei entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen schneller, mobiler, auskunftsfähiger und informeller rund um die Uhr für die Bürger zu werden.

Der Digitalisierung können sich die Kommunen nicht mehr entziehen, erklärt der Sprecher der Stadt Frankfurt (Oder), Martin Lebrenz. „In vielen Bereichen der Verwaltung kamen aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen spezielle Geräte und Anwendungssoftware hinzu.“ So setze das Bürgeramt wegen des neuen Personalausweises Fingerprintscanner und Unterschriftenpads ein.

Auch in Frankfurt müssen Verwaltungsmitarbeiter mit Blick auf die Sicherheit alle 90 Tage ihr Passwort ändern. „Es gab und gibt ständig Angriffe, vornehmlich per Mail“, sagt Lebrenz. Diese seien überwiegend durch die Virensoftware erkannt worden. Von Virusangriffen und versuchten Zugriffen auf das Netzwerk berichtet die Oranienburger Stadtsprecherin. Hackerangriffe hätten bisher keine nachweisbaren Schäden hinterlassen. Erfolglos blieben auch Virenangriffe auf die Kleinmachnower Server.

Von direkten Hackerangriffen auf Gemeindenetzwerke kann das Potsdamer Polizeipräsidium nicht berichten. Dafür wurden 2016 verstärkt Fälle der digitalen Erpressung gemeldet, die sich auch gegen die IT-Infrastrukturen von Kommunalverwaltungen richteten.

„Der Geschädigte wird nach der unautorisierten Offenlegung eines Computers meist mittels einer Textdatei über die Datenverschlüsselung seines Systems informiert und zur Lösegeldzahlung aufgefordert, um den Computer wieder freizuschalten“, so Polizeisprecherin Karina Schulter. Zuvor werde ein Verschlüsselungs-trojaner per E-Mail verbreitet und zum Beispiel als Bewerbung auf offene Stellenausschreibungen getarnt. Die Schadsoftware verschlüssele beim Öffnen des Dateianhangs oder Anklicken eines Links das Computersystem oder ganze Netzwerke.

Solche Cyber-Attacken werden nach Angaben der Sprecherin mit wachsender Tendenz der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) im Landeskriminalamt Brandenburg gemeldet. Über die ZAC könnten dann Informationen zu Cyber-Attacken und Sicherheitsrisiken sowie Verhaltensempfehlungen ausgetauscht werden.  

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