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Unterstützung für Brandenburger Schulen : Schulkrankenschwestern sind cool

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Beim Sportunterricht oder beim Toben auf dem Pausenhof verletzt? An 20 märkischen Schulen hilft nun eine Schulkrankenschwester

Die ersten Pflaster wurden bereits geklebt: Seit dem 9. Februar sind neun Schulkranken-schwestern und ein -pfleger an 20 märkischen Schulen aktiv. Nun wurde das Modellprojekt offiziell gestartet. „Ich kann mir meine Schule ohne unsere Krankenschwester nicht mehr vorstellen“, sagte gestern die Rektorin der Frankfurter Lenné-Grundschule, Petra Kreusch. „Unsere Krankenschwester ist ein echter Zugewinn, gibt uns Lehrern, Eltern und Schülern ein Stück mehr Sicherheit.“

Bisher wurden Schüler, denen es nicht gut ging, im Sekretariat „geparkt“. „Wir haben versucht, die Eltern zu erreichen, damit sie ihr Kind abholen. In dringenden Notfällen haben wir einen Notarztwagen angefordert“, sagte Kreusch. Mit Annegret Altmann gebe es eine medizinisch versierte Ansprechpartnerin für kleine und große Notfälle. „Außerdem können wir sie bei der Prävention früh einbeziehen“, so die Rektorin.

Annegret Altmann stammt aus Berlin und ist für den neuen Job in die Frankfurter Region gezogen. „Als ich vom Schulschwester-Projekt hörte, war ich Feuer und Flamme“, sagte sie. Altmann wollte raus aus dem Krankenhaus-Alltag, mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Jetzt ist sie für 343 Grundschüler und eine ähnliche Zahl Oberschüler zuständig. „Zwei Tage in der Woche bin ich an der Lenné-Schule, den Rest an der Hutten-Oberschule.“ Ihre Aufgaben reichen von der „Verarztung“ triefender Nasen über die Versorgung von Schürfwunden bis zu Bauchschmerzen.

Dass sie ein Kumpeltyp sei, sei für die Arbeit hilfreich. Da könne sie mal mit dem erhobenen Zeigefinger agieren, ohne dass ihr das ihre Schützlinge krumm nähmen. Die elfjährige Leni Klame nickt: „Das ist echt cool, dass Frau Altmann uns Kindern hilft.“

Auch Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) und Bildungsminister Günter Baaske (SPD) zeigen sich gestern bei einer Stippvisite in der Lenné-Schule beeindruckt. „Das Schulkrankenschwestern-Projekt ist wirklich toll“, sagten beide übereinstimmend.

Golze ist selbst Mutter. Vor Kurzem habe sich ihre Tochter einen Arm in der Schule gebrochen und wenig später einen Zahn ausgeschlagen. „In solchen Fällen kann man sich als Eltern nur glücklich schätzen, wenn gleich eine Krankenschwester zur Stelle ist.“

Für Baaske geht es auch um Chancengleichheit. Studien belegten den Zusammenhang von Gesundheits- und Bildungserfolg. Sowohl Mädchen als auch Jungen lernten am besten, wenn Gesundheitsbedürfnisse angemessen erfüllt würden. In sozial schwächeren Familien gebe es da oft Defizite.

Das Schulkrankenschwester-Projekt läuft vorerst bis zum 31. Oktober 2018. Die AOK Nordost, die Unfallkasse und das Land übernehmen die Kosten von 1,1 Millionen Euro. „Nach der Projektauswertung der Charité hoffen wir, dass der Bund sich beeindrucken lässt und das Modell deutschlandweit zur Regel werden lässt“, so Golze.

In Perleberg haben die Rolandschule und die Friedrich-Gedike-Oberschule seit Monatsbeginn eine Schulgesundheitsfachkraft: Sebastian Hudi, den einzigen Mann im Projekt. Der 34-Jährige kommt aus dem Landkreis Dahme/Spreewald und ist gelernter Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Er hat zwei Jahre in der Notaufnahme gearbeitet, dann zehn Jahre im Rettungsdienst als Rettungsassistent und Fachausbilder. Huth sorgt in der Roland- und der Oberschule für Kopfschmerztabletten und Pflaster, gibt mit Zustimmung der Eltern auch verordnete Medikamente. Denn ein Ziel ist es, Lehrer und Eltern zu entlasten, wenn ein Kind gesundheitliche Hilfe benötigt. Huth ist Ansprechpartner und Vertrauensperson, eben „der Kümmerer“.

 

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