Finanzielle Unterstützung : Schulessen nicht für alle bezahlbar

 
 

Bedürftige Familien in Brandenburg werden durch Bildungs- und Teilhabepaket unterstützt

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06. Juni 2017, 05:00 Uhr

Immer mehr Brandenburger nutzen die finanzielle Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Kommunen ermöglichten damit Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien zum Beispiel Klassenfahrten, Nachhilfeunterricht oder die Mitgliedschaft in einem Sportverein. „Das Bildungs- und Teilhabepaket wird mit steigender Tendenz in Anspruch genommen“, sagt Potsdams Stadtsprecher Stefan Schulz. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die Leistungen daraus beziehen, habe sich seit der Einführung des Pakets 2011 von damals 2971 auf 4134 im vergangenen Jahr erhöht. Besonders die Zuschüsse für Mittagessen in der Schule seien stark gefragt. 2712 Schüler hätten das 2016 in Anspruch genommen.

Auch bei den anderen Leistungen wie Klassenfahrten, Nachhilfe und Fahrkarten für den Schulweg verzeichnet die Stadt eine steigende Inanspruchnahme. Für sozio-kulturelle Teilhabe gibt bis zu zehn Euro im Monat als Zuschuss. Damit können Eltern beispielsweise den Monatsbeitrag im Sportverein bezahlen. Anders sehe es aus, wenn das Kind in eine Musikschule wolle. In Potsdam liege der Monatsbeitrag bei mindestens 29 Euro. „In diesen Fällen ist die Zuzahlung durch die Eltern relativ hoch“, sagt der Sprecher.

Auch im Landkreis Teltow-Fläming nehmen immer mehr Familien die Leistungen für Bildung und Teilhabe in Anspruch, wie eine Kreissprecherin mitteilt. Lediglich Zuschüsse für Fahrkarten und Nachhilfe würden weniger genutzt. Derzeit nutzten 814 junge Leute das Paket. Gut 586 000 Euro stellte der Kreis 2015 laut einer Anfrage an die Landesregierung für das Paket bereit. Das waren über 10 000 Euro mehr als noch 2014.

Im Landkreis Barnim erhielten im Vorjahr nach Angaben der Kreisverwaltung rund 4100 Kinder Leistungen aus dem Paket. 2011 seien es nur rund 2900 Mädchen und Jungen gewesen, hieß es. Der Schwerpunkt liege beim Schulbedarf. 1300 Kindern konnte die Teilnahme an Klassenfahrten und Schulessen ermöglicht werden. „Die Resonanz flacht nicht ab, im Gegenteil“, sagt die Sprecherin.

In Frankfurt (Oder) seien die Zahlen hingegen rückläufig, sagt Stadtsprecher Martin Lebrenz. 10 763 Kinder und Jugendliche hatten das Paket 2016 in Anspruch genommen – knapp 2000 weniger als 2015. Auch die Ausgaben seien demnach von damals über 512 000 auf nunmehr 493 000 Euro gesunken. Ursache sei, dass weniger Familien einen Anspruch hatten.

Dennoch wenden Kommunen im Land nach wie vor mehrere Millionen Euro für das Paket auf. Dafür erhalten sie nach Auskunft des Brandenburger Sozialministeriums jedoch finanzielle Entlastung vom Bund. Dies geschehe über eine Erhöhung der ohnehin bestehenden Bundesbeteiligung an den Kosten für Unterkunft und Heizung.

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