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Schüler tritt Lehrerin krankenhausreif

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Konfliktgespräch eskalierte / 57-Jährige musste über Nacht in der Klinik bleiben

Schwerer Zwischenfall am Goethe-Gymnasium Ludwigslust: Ein Gespräch zur Streitschlichtung ist gestern Vormittag eskaliert. Ein 14 Jahre alter Schüler trat einer Lehrerin ins Gesicht. Hintergrund der Auseinandersetzung soll ein Freistellungsantrag gewesen sein, der nicht formgerecht eingereicht und von der Lehrerin mehrfach nachgefordert worden war. Über den Tathergang gibt es widerstreitende Schilderungen.

In der Darstellung der Polizei hieß es: „Die Lehrerin ging daraufhin zu Boden“ und sei vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Der Junge habe wohl im Affekt einmal zugetreten, berichtete Polizeisprecherin Manuela Kunze. Seine Tat habe der Schüler, der zuvor nicht auffällig gewesen sei, sofort bereut.

Bei dem Gespräch sollen zwei Streitschlichter und eine andere Lehrerin anwesend gewesen sein. „Es ging alles so schnell. Plötzlich lag sie auf dem Boden“, berichtete eine Mitschülerin. Während sich die Lehrerin um ihre Kollegin kümmerte, hätte ein Mädchen per Handy den Krankenwagen, ein anderes die Polizei gerufen. „Viele Schülerinnen brachen in Tränen aus, zitterten. Wir waren völlig fertig“, so die Mitschülerin weiter.

Umfeldrecherchen unserer Zeitung ergaben, dass die 57-jährige Lehrerin nach einem Schädel-Hirn-Trauma die Nacht im Krankenhaus in Ludwigslust habe zur Beobachtung verbringen müssen.

Im Gegensatz zu den Angaben der Polizei hieß es an der Schule, die Frau sei zumindest kurzzeitig bewusstlos gewesen. Mit dem Schüler habe es schon in anderen Situationen Auseinandersetzungen gegeben, so ein Zeuge. Andere Schüler bestätigten das jedoch nicht. Die Polizei vernahm den Jungen aus der neunten Klasse in der Dienststelle in Ludwigslust. Seine Eltern waren dabei anwesend, hieß es. Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden auch vier Zeugen befragt. Ein Sprecher bestätigte gestern Nachmittag den dramatischen Vorfall und betonte: „Die schulpsychologische Betreuung in der Klasse ist sichergestellt. Die Schulpsychologen sind gebeten, sich mit den Ermittlungsbehörden abzustimmen.“

Gewaltsame Zwischenfälle kommen an Schulen immer wieder vor. Wichtig sei, den Zwischenfall gründlich aufzuarbeiten. „Man sollte das auch in der Klasse auswerten“, so die mecklenburgische Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Annett Lindner.

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