“Strahlendes“ Fundstück : Schrottfund war doch nicht radioaktiv

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Erste Messungen sorgten für Aufregung und einen Katastrophenschutzeinsatz

svz.de von
22. September 2017, 05:00 Uhr

Der Fund eines vermeintlich radioaktiven Metallstücks hat in Leegebruch (Oberhavel) zu einem Großeinsatz von Polizei und Katastrophenschutzkräften geführt. Die Polizei war am Mittwochabend durch die Rettungsleitstelle Nordost um Unterstützung gebeten worden, weil in Leegebruch ein 64-jähriger Schrottsammler einen metallähnlichen, etwa faustgroßen Gegenstand gefunden hatte. Dieser Gegenstand von ca. 1,3 Kilogramm Gewicht war nicht magnetisch und offenbar schwach radioaktiv.

Zunächst war die Freiwillige Feuerwehr Leegebruch alarmiert worden. Mit Messgeräten bestätigten die Einsatzkräfte, die für den Einsatz Strahlenanzüge übergestreift hatten, die Radioaktivität des Gegenstandes. Die Feuerwehrleute konnten den ungewöhnlichen Fund aber nicht bewerten und schalteten Polizei und Katastrophenschutzkräfte ein.

Zunächst sei ein Sperrkreis im Bereich des Sandweges eingerichtet und Experten zur Messung der Radioaktivität angefordert worden, teilte die Polizei gestern mit. Das Fundstück wurde wurde in einem Bleibehälter gesichert.

Betroffen waren 15 Anwohner und der Finder. Zunächst wurde von einer schwachen radioaktiven Strahlung ausgegangen. Eine Kontamination wurde nach Polizeiangaben jedoch bei keiner der überprüften Personen gemessen.

Die Situation wurde durch das Verhalten des Finders noch erschwert, der gegenüber der Polizei keine Angaben zum eigentlichen Fundort machen wollte. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Mann den Gegenstand bereits vor einigen Tagen gefunden und mit Bildern im Internet verglichen. Am Mittwochabend verständigte er dann die Feuerwehr. Nicht ausgeschlossen wird ein Zusammenhang mit der früheren Geschichte Oranienburgs (Auer-Werke).

Der Behälter sollte zunächst an Spezialisten des ehemaligen Kernkraftwerkes Rheinsberg übergeben werden. Mitarbeiter der Strahlenschutzbehörde konnten gestern bei ihren Messungen aber keine relevante Radioaktivität feststellen. Deshalb wurde der Einsatz beendet, der unbekannte Gegenstand zur kriminaltechnischen Untersuchung sichergestellt und zum LKA nach Eberswalde gebracht. Die weiteren Ermittlungen führt ebenfalls das Landeskriminalamt. Es prüft gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin auch die rechtliche Bewertung.  



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