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Brandenburg

20. Oktober 2017 | 16:30 Uhr

Schock auf dem Schulweg

vom

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2010 | 07:31 Uhr

Freiwalde | Glasscherben liegen gestern Vormittag auf der feuchten Straße. Leichter Nebel und Nieselregen verdunkeln den Unfallort, der mit einem rot-weißen Band abgesperrt ist. Hier an der Einmündung der A 13-Abfahrt Freiwalde auf die Bundesstraße 115 bei Lübben in Südbrandenburg war ein mit dicken Baumstämmen beladener Holztransporter gegen 7.30 Uhr mit einem Bus zusammengestoßen. Der Laster knallte frontal in den Bus, dieser landet im Graben.

Der von der Bundesstraße kommende polnische Lkw wollte auf die A 13 (Berlin-Dresden) fahren und geriet beim Abbiegen auf die Gegenspur, wo er auf den gerade von der Autobahn abfahrenden Bus prallte und diesen über die Leitplanke in den Straßengraben schob. Die Scheiben beider Fahrerkabinen gingen zu Bruch. Der Bus, der Zugreisende wegen einer gesperrten Bahnstrecke von Königs Wusterhausen nach Lübben beförderte, kam ebenso wie der Lkw quer zur Fahrbahn zum Stehen.

17 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt - darunter elf Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, die im Bus auf dem Weg zur Schule oder Ausbildung sind. Sie kamen jedoch meist mit Schnittverletzungen oder einem Schock davon. Schwer verletzt dagegen wurden laut Polizei vier Erwachsene - der Busfahrer, ein Fahrgast und die Insassen des Lastwagens. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, die Jugendlichen in der Spreewaldklinik Lübben betreut.

Der Bus war als Schienenersatz zwischen Königs Wusterhausen und Cottbus unterwegs. Direkt ihm fuhr ein weiterer Bus - ebenfalls als Schienenersatz. Geschockt verfolgten darin die meist jugendlichen Insassen das Geschehen. Sahen, wie teils bekannte Mitschüler verunglückten und wie der Busfahrer hinter seinem Lenkrad eingeklemmt wurde. "Wir mussten ihn mit schwerer Technik herausschneiden", sagt Jens Ihlefeldt, Einsatzleiter der Feuerwehr. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Freiwalde waren mit sechs Kräften als erste am Unfallort. Um 7.36 Uhr sei bei ihnen die Alarmierung eingegangen. Die Schwerverletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. "Alle Beteiligten haben großes Glück gehabt", sagt Ihlefeldt. Weil es sich um einen Bus handelte, sei der Unfall trotz allem relativ glimpflich ausgegangen. Jedes andere Auto wäre von dem Lkw zerquetscht worden. 40 Feuerwehrleute aus den umliegenden Gemeinden kümmerten sich um die Bergung der Personen. "Der Schock ist allen anzusehen."

Warum der Transporter mit dem Bus zusammenstieß, blieb zunächst offen. "Wir haben eine völlig unklare Unfallsituation", so Polizeisprecher Jens Quitschke. Sachverständige hätten Spuren gesichert und die Unfallsituation vor Ort nachgestellt. "Wir sind mittendrin in den Ermittlungen - nun müssen wir abwarten." Angaben zur Schadenshöhe lagen zunächst nicht vor. Für einige Feuerwehrleute sind die Ursachen für den Unfall jedoch augenscheinlich. Der Lkw sei offenbar zu schnell in die Kurve gefahren und deshalb auf die gegenüberliegende Spur geraten, heißt es.

Nach Angaben des Kreises Dahme-Spreewald konnten alle elf Jugendlichen, die im Oberstufenzentrum Dahme-Spreewald zur Schule gehen, das Krankenhaus am Mittag wieder verlassen. Um die Jugendlichen kümmerten sich professionelle Notfallseelsorger, so Kreissprecherin Heidrun Schaaf. Landratsamt und Polizei hatten für besorgte Bürger eine Informationsstelle eingerichtet.

Die Bergung der Unfallfahrzeuge nahm viel Zeit in Anspruch. Die A 13 war an der Anschlussstelle in Richtung Dresden bis in den Nachmittag gesperrt.

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