Kombinierte Verkehrslösung : Schnelle Lieferung mit KombiBus

Marita Förster, die für die Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) den «KombiBus» betreut.
Marita Förster, die für die Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) den «KombiBus» betreut.

In der Uckermark liefern Überlandbusse in der Uckermark auch Waren. Bald soll es auch in Ostprignitz-Ruppin soweit sein

svz.de von
01. September 2018, 05:00 Uhr

„Es ist schon ein logistischer Aufwand, man muss sich reinknien - man muss es wollen“, sagt Marita Förster, die seit sechs Jahren bei der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) den „KombiBus“ betreut. Die Überlandbusse liefern Waren für den Handel, Gepäckstücke sowie Einkäufe von Bürgern direkt zur nächstgelegenen Haltestelle. „Das ist klimafreundlich und ein optimaler Beitrag zur öffentlichen Versorgung im ländlichen Raum“, sagt Förster.

Seit sechs Jahren gibt es diese modernen Postkutschen in der Uckermark. Zwischen einer halben und einer Tonne Waren werden pro Monat von den Fahrern vornehmlich an gewerbliche Kunden geliefert.„Das bringt Einnahmen zwischen 500 und 1000 Euro“, so Förster. Von September an will die UVG auch Bürgern direkt Lebensmittel-Boxen von einem Gutshof liefern.

Ein Großkunde ist die Q-Regio Handelsgesellschaft, die insbesondere Hofläden in der Uckermark mit regionalen Lebensmitteln beliefert. „Wir sind von Anfang an dabei und sehr zufrieden mit dem Kombibus“, sagt Geschäftsführer Pieter Wolters. „Die Ware ist meist innerhalb von zwei Stunden beim Kunden.“ Die Pakete werden an der Haltestelle direkt vor der Firmenzentrale in Bandelow in den Bus geladen und am Zentralen Omnibusbahnhof in Prenzlau in die entsprechenden Überlandbusse umgeladen.

Die Kunden bekämen bei der Bestellung gleich mitgeteilt, wann die Ware an der nächstgelegenen Haltestelle mit dem Bus ankomme. „Das ist ein schneller Service, der auch von älteren Privatkunden genutzt wird“, erzählt Wolters. Mit der Post sei ein Versand der verderblichen Lebensmittel nicht möglich, weil das mehrere Tage dauern könne. „Mit dem Kombibus verschicken wir auch Eis, das noch Eis ist, wenn es ankommt“, sagt Wolters und schmunzelt.

Den Kombibus-Service gibt es auch für die Kunden im Einkaufszentrum von Schwedt. Dort holen UVG-Mitarbeiter gekaufte Waren wie Fernseher oder andere sperrige Güter ab und bringen sie zum Zentralen Omnibusbahnhof.

Viel genutzt werde der Service im Tourismusgeschäft, berichtet Förster. Anbieter von Rad- und Wandertouren lassen das Gepäck der Urlauber täglich von Pension zu Pension transportieren. Die Mitarbeiter der Beherbergungsbetriebe bringen das Gepäck der abgereisten Gäste zur Haltestelle, die nächste Pension holt es rechtzeitig vor dem Eintreffen der Radfahrer oder Wanderer an ihrer Haltestelle ab. Das kostet sechs Euro pro Gepäckstück.

„Das System wird von Hoteliers und dem Angermünder Tourismusverein gut genutzt“, berichtet Förster. Dabei werde bei Bedarf auch gleich eine Ferienwohnungsbox mitgeliefert, um die Gäste mit regionalen Produkten zu verwöhnen.

Von Anfang September an will die UVG mit dem Kombibus direkt ins Endkunden-Geschäft einsteigen. „Dann können Kunden bei einem Gutshof Lebensmittel bestellen - und wir liefern die Waren dann aus“, sagt Förster. Nicht nur zur nächstgelegnen Haltestelle. „Wenn es auf der Strecke liegt und der Bus dort halten kann, können Waren auch direkt vor die Haustür geliefert werden“, erläutert Förster.

Kombibusse gibt es ebenfalls im benachbarten Sachsen-Anhalt, auch andere Bundesländer interessieren sich dafür. Förster reist inzwischen viel herum, um über ihre Erfahrungen zu berichten. In Brandenburg ist die Uckermark bislang der einzige Landkreis mit dem „KombiBus“.

„Wir brauchen gute Mobilitätslösungen für die ländlichen Räume“, sagt der Sprecher des Verkehrsministeriums, Steffen Streu. Das Kombibus-Konzept trage auch dazu bei, den Busverkehr auf dem Land wirtschaftlicher zu machen. Im Landkreis Ost-Prignitz-Ruppin hätten die Verkehrsbetriebe nun auch ein Konzept dafür erstellt, berichtet Streu. Jetzt komme es darauf an, dass die Logistikunternehmen mit der Busgesellschaft Verträge schlössen. Das Ministerium begrüße weitere Anträge auf Förderung eines Kombibus-Konzepts auch aus anderen Landkreisen, betont Streu. Dafür stehen bis Ende 2019 300 000 Euro zur Verfügung.

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