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Tierischer Fall : Schluss mit dem Gekrähe!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Streit um angebliche Schreihälse aus dem Hühnerstall geht in die Verlängerung. Brandenburgs Justiz brütet über einem tierischen Fall.

140 Hähne auf 300 Einwohner – im Dorf Zitz westlich von Berlin schallt es häufig Kikeriki. Doch was ist unter diesen Umständen „ortsüblich“, wenn es um Geräuschentwicklung geht? Das ist so eine der Kernfragen, mit denen sich das Amtsgericht der Stadt Brandenburg an der Havel auseinandersetzen muss.

Ein Nachbar will erreichen, dass Hobbyzüchter Reno Nerling seine Hähne – es waren zeitweise bis zu acht Tiere – zu bestimmten Zeiten nicht ins Freie lassen darf: und zwar werktags von 20.00 bis 8.00 Uhr morgens und an Sonn- und Feiertagen zusätzlich von 12.00 bis 15.00 Uhr. In der übrigen Zeit sollen höchstens zwei Hähne den Stall verlassen. Darüber hinaus fordert der Kläger, dass Nerling nur bis zu zwei Hühner halten darf, die nicht lauter als 55 Dezibel krähen dürfen. Der zuständige Amtsrichter hat einen Beschluss gefasst und den – zur Verhandlung gestern nicht erschienenen - „Streithähnen“ für die nächsten drei Wochen Aufgaben erteilt. Dem richterlichen Beschluss zufolge muss der Kläger nun nachweisen, wieviele Tiere sich zu welchen Zeiten in den Vormonaten frei auf dem Hof aufhielten.

Nerling dagegen muss belegen, dass er das Geschrei des Federviehs nicht verhindern könne. Außerdem soll er den Nachweis erbringen, dass das Gekrähe auf seinem Hof ortsüblich sei. Selbst wenn die Hahnenschreie ortsüblich sind, so der richterliche Beschluss, hat damit aber der Hobbyzüchter noch keinen Freifahrtschein: Es komme dann „entscheidend“ darauf an, ob dieser Lärm beseitigt werden könne, ohne den Züchter finanziell zu überfordern.

Nach eigenen Worten ist Nerling dem Kläger schon weit entgegengekommen. So habe er seine Hühner der Rasse „Antwerpener Bartzwerg“ gegen die als ruhiger geltenden japanischen Zwerghühner „Chabos“ ausgewechselt.

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