Entwicklung in Brandenburg : Schließfächer werden „intelligent“

Noch verstauen Reisende ihr Gepäck in Schließfächern an den Bahnhöfen, vielleicht könnten sie in naher Zukunft auch für die vereinfachte Paketzustellung dienen.
Noch verstauen Reisende ihr Gepäck in Schließfächern an den Bahnhöfen, vielleicht könnten sie in naher Zukunft auch für die vereinfachte Paketzustellung dienen.

Deutsche Bahn treibt in der Mark weitere Nutzung für völlig anderen Zweck voran – zum Beispiel für vereinfachte Paketzustellung.

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10. Februar 2020, 05:00 Uhr

Ob für den Rucksack im Museum oder den Koffer am Bahnhof: In Brandenburg stehen zahlreiche Schließfächer bereit. Einige könnten künftig sogar einen völlig neuen Zweck erfüllen.

Grundsätzlich sind Schließfächer nichts Besonderes, aber wenn sie einmal der vereinfachten Paketzustellung dienen, schon. Die Deutsche Bahn treibt diese Entwicklung derzeit in Brandenburg voran, wie eine Umfrage der Deutschen Presseagentur zur landesweiten Versorgung mit Schließfächern ergab. Damit solle Besuchern ein zeitsparender und bequemer Empfang von Waren auf ihrem alltäglich Weg ermöglicht werden, sagte eine Unternehmenssprecherin. So könnten etwa Pendler ihre bestellten Pakete direkt am Bahnhof abholen.

Allgemein stehen vielerorts Touristen, Reisenden und Kunden Schließfächer für ihr Gepäck zur Verfügung. Die Bahn bietet der Sprecherin zufolge ihren Kunden im Land derzeit 173 davon, vornehmlich an den Bahnhöfen Frankfurt (Oder), Potsdam und Cottbus.

Solche verriegelbare Gelasse gibt es auch in einigen Einkaufszentren beziehungsweise einzelnen Märkten. „Das ist ein zusätzlicher Service für die Kunden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Große Kaufhäuser hätten in früherer Zeit ihren Kunden sogar Garderoben beispielsweise für dicke Winterbekleidung zur Verfügung gestellt, damit sie beim Shoppen nicht ins Schwitzen kamen. „Aber so dicke Wintersachen benötigt man ja heute nicht mehr.“

In Einrichtungen wie Museen ist es indessen teilweise Pflicht, größere Taschen in Schließfächern deponieren – oder es wird dies zumindest empfohlen. „Die Gefahr, dass wertvolle Exponate durch Taschen umgeworfen oder beschädigt werden können, ist einfach zu groß“, sagt Antje Zeiger, die die Kreismuseen „Alte Bischofsburg“ in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) leitet. Dort stehen 15 Schließfächer für Besucher bereit. „Letztlich ist es auch viel schöner, im Museum keine schwere Tasche herumschleppen zu müssen und die Ausstellungen zu genießen.“ Die Schlüssel für die Fächer gibt es laut Zeiger an der Information.

Ab und zu werde jedoch vergessen, sie wieder abzugeben – dann schickten Besucher sie per Post zurück. „Die Fächer sind mittlerweile etwas in die Jahre gekommen“, räumte die Museumsleiterin ein. Deshalb werde überlegt, neue in verschiedenen Größen anzuschaffen. Die sollten dann durch Münzeinwurf einen Schlüssel freigeben.

Gleichfalls mit Münzeinwurf funktionieren die meisten Bahn-Schließfächer, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. „Derzeit testen wir mit bislang positivem Feedback die Kartenzahlung“, sagte die Sprecherin.

Außerdem stehen für Kunden an den Bahnhöfen Potsdam-Griebnitzsee, Wandlitz und Wandlitz-Basdorfer Gärten Fahrradboxen bereit. „Die Boxen lassen sich bequem online buchen, bezahlen und mittels Zugangscodes umgehend nutzen“, erläuterte die Bahnsprecherin. Sie seien speziell für den steigenden Bedarf der Radpendler entwickelt worden.

Drei Fahrradboxen in Cottbus sind quasi als erweiterte Schließfächer nutzbar, darunter eine am Branitzer Park. „Darin können Touristen ihre Räder und Gepäck einschließen und sich auf Stadtbummel oder Parkspaziergang begeben“, erklärte Stadtsprecher Jan Gloßmann. Die Boxen verfügten über unterschiedliche Schließsysteme.

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