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Rätselhafte Tierodyssee : Schaf Speedy im Flur gefunden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Happy End für Neu Zittauer Eigentümer – sie fanden das vermisste Tier über Facebook im Heim Wesendahl

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Ein Schaf tauchte urplötzlich im Hausflur der Seepassage, in der Friedrichstraße 1, in Erkner auf. Wie es dorthin kam, ist immer noch unklar – aber nach mehrtägiger Odyssee ist „Speedy“ wieder zu Hause. Die Neu Zittauer Eigentümer sahen es auf der Facebook-Seite des Tierheims Wesendahl.

Die Geschichte, die Uwe Schulz, Hausmeister in den „Seepassagen“ der Polizei erzählen wollte, war schon ziemlich schräg, das fand er selbst. Der Beamte am anderen Ende der Leitung fand das offenbar auch. „Der hat gefragt, ob ich nüchtern bin, morgens um sieben“, erinnert sich der Hausmeister.

Um 6.30 Uhr hatte ein Mieter im ersten Obergeschoss Schulz gerufen – weil ein Schaf vor seiner Wohnungstür stand. Wie sich ein solches Tier in den weitläufigen, in den 1990er Jahren gebauten Block am Anfang der Friedrichstraße verirrt haben kann – darauf gibt es bis jetzt keine Antwort, nur Mutmaßungen.

Schulz besann sich darauf, das Ordnungsamt der Stadt einzuschalten. Die Frau für alle Fundtiere in Erkner ist Karin Grasnick, und sie tat das, was sie bei jedem Fundhund tut – sie rief im Tierheim Wesendahl bei Altlandsberg an, mit dem die Stadt ständig zusammenarbeitet. Mitarbeiter Thomas Fritsche setzte sich ins Auto und kam nach Erkner. Schon beim Anblick des Tieres sei ihm klar gewesen, dass dieses Schaf einen Halter haben müsse und nicht etwa ausgesetzt war. „Es war in tipp-topp Pflegezustand, Klauen einwandfrei“ – da habe er schon ganz andere Schafe gesehen. Außerdem sei es sehr umgänglich gewesen, habe sich auch unproblematisch transportieren lassen. Das Tierheim taufte das Schaf kurzerhand Friederike und stellte zwei Fotos aus dem Hausflur in Erkner auf seine Facebook-Seite, mit einer kurzen Erklärung des kuriosen Fundes.

Dort entdeckte es die 19-jährige Anna Merten aus Neu Zittau. Sie hatte das Tier vor zehn Jahren mit der Flasche großgezogen und vor dem Tod bewahrt. In der Neu Zittauer Herde der Mertens ist Speedy das Leittier.

Dabei hatten die Neu Zittauer ihr Schaf noch gar nicht vermisst. Zwar war Wolfgang Merten am Vortag wie üblich zu dem Stall am Spreebord gefahren, um den Schafen ihr Futter zu bringen. Wegen des starken Schneetreibens zu dieser Zeit habe er sich aber gar nicht im Stall umgeschaut, sondern nur das Futter dagelassen, sagte Gudrun Merten. „Das Schloss war nicht richtig eingerastet“, sagte Wolfgang Merten.

Dass „Speedy“ keine Ohrmarke hatte, als sie in Erkner gefunden wurde, erklärt sich für den Halter leicht: „Die Marken halten nicht gut, das zotteln die Schafe sich selber raus.“ Tochter Anna kam abends von der Arbeit nach Hause, machte den Computer an, sah sich ein wenig auf Facebook um – und entdeckte ihre „Speedy“. Die Familie meldete sich in Wesendahl.

Bleibt die Frage, wie das Tier von Neu Zittau nach Erkner und noch dazu in das riesige Gebäude kam. Alle, die damit zu tun haben, gehen davon aus, dass das Schaf nicht von selbst da hinein spaziert ist. Diebstahl, vermuten Mertens, und Hausmeister Schulz glaubt, dass ein Bewohner des Hauses dahinter stecken muss.

Wolfgang Merten und seine Familie sind jedenfalls froh, dass sie ihre „Speedy“ zurück haben. Das Tor haben sie jetzt besser gesichert. Das Kopfschütteln über die kuriose Geschichte bleibt: „Ich habe schon so lange Schafe – aber sowas ist mir noch nie passiert“, sagt Wolfgang Merten.  

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