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„Unser Dorf hat Zukunft“ : Sauen ist das schönste Dorf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Soziales Engagement überzeugt Bundesjury. 2400 Dörfer nahmen teil

Eines der kleinsten Dörfer im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ setzte sich gegen 2400 Teilnehmer durch: Sauen wurde gestern zum Golddorf auserkoren. Der 93-Seelen Ort in der Gemeinde Rietz-Neuendorf (Oder-Spree) überzeugte die Jury, die in den vergangenen Wochen die 33 Finalisten besuchte.

„Das ist unglaublich“, sagte Ortsvorsteher Hartmut Kurz und lobte das Team, das sich drei Jahre engagierte, um auf Regional-, Landes- und nun Bundesebene zu punkten. Sauens Stärken liegen im langjährigen Engagement bei der AG „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“ und den Aktivitäten der Stiftung August Bier, die über die Dorfgrenzen hinaus durch forstwirtschaftliche Arbeit und Umweltbildungsprojekte bekannt wurde. Zugleich gibt es den Eulennest Verein und eine Freiwillige Feuerwehr, die sich in dem kleinen Angerdorf ganzjährig mit gemeinsamen Aktivitäten und Veranstaltungen einbringen.

„Wir haben heute ein ungewöhnlich liebenswertes Dorf kennengelernt und nehmen einen sehr guten Eindruck mit aus Sauen.“ Mit diesen Worten hat Elmar Henke, Leiter der Bundes-Wertungs-Kommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Selbstdarstellung Sauens (Oder-Spree) beim Besuch im Juni gelobt.

Im Papphaus, dem Begegnungszentrum der Stiftung August Bier, hatten sich alle im Dorf aktiven Institutionen vorgestellt. Dabei wurden Sauens Geschichte, Wirtschaft, Dorf- und Kulturleben beleuchtet sowie ein Ausblick in die Zukunft gewagt. Conrad Baldamus, Vorsitzender der im Ort ansässigen Stiftung und Enkel August Biers, berichtete von den Anstrengungen, dem demografischen Wandel etwas entgegenzusetzen.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury von der Initiative, junge Sauener, die in anderen Teilen Deutschlands eine Familie gegründet haben, zu kontaktieren und mit den besten Argumenten, die das Dorf zu bieten hat, zur Rückkehr mit Kind und Kegel zu bewegen. So sei es innerhalb eines Jahres gelungen, zwei junge Familien nach Sauen zu locken. Eine weitere, „kinderreiche Familie“ sei gerade dabei, sich auf den Umzug von Frankfurt/Main nach Sauen vorzubereiten.

„Wir haben unsere Einwohnerzahl um sechs Prozent gesteigert und den Altersdurchschnitt um zwei Prozent gesenkt“, so Conrad Baldamus. Die Stiftung pflegt das Erbe des renommierten Mediziners und Forstexperten August Bier (1861-1949).

Im Ort ist seit zwei Jahren viel passiert. Der ehemalige Kuhstall des Gutshauses wurde zum großzügigen Wohnhaus für zwei Familien umgebaut, weitere Häuser im Dorf wurden saniert, darunter der historische Gasthof, der von einer Familie bewohnt wird. Der Traditionsverein Eulennest initiierte die Pflanzung einer Obstbaumallee, an dessen Früchten sich alle Bürger laben.

Olaf Klempert, Bürgermeister der Gemeinde Rietz-Neuendorf, lobt den psychologischen Effekt, den der Wettbewerb auslöste. Das Selbstbewusstsein der Bewohner sei deutlich gestiegen: „Man weiß, was man ist, und was man kann.“ Durch das erfolgreiche Zusammenspiel der Akteure im Ort – darunter des Traditionsvereins, der Stiftung, der Freiwilligen Feuerwehr, des Landwirtschaftsbetriebs „Agrarprodukte Sauen“ und der Evangelischen Kirchengemeinde – sei das Dorf noch enger zusammengerückt.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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