Künftige Landesvorsitzende aus Bayern : Sanitäterin für die Linke

Künftiges Duo: Diana Golze (l.) und Anja Mayer
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Künftiges Duo: Diana Golze (l.) und Anja Mayer

Der bayerische Import Anja Mayer soll Chefin der Regierungspartei werden

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13. Februar 2018, 05:00 Uhr

Bei Brandenburgs Linken steht ein Generationswechsel an. Parteichef Christian Görke gibt im März den Posten ab. Künftig sollen zwei Frauen den Vorsitz übernehmen. Sozialministerin Diana Golze und Anja Mayer, die erst vor gut zwei Jahren nach Brandenburg kam.

Mitgliederversammlung der Linken in Frankfurt (Oder) am Wochenende. Der Raum füllt sich mit rund 50 Mitgliedern, meist im Rentenalter. Anja Mayer betritt fast unbemerkt den Saal. Ihr Grußwort ist kurz. Sie versucht nicht die Welt zu erklären, erheischt nie Applaus – und das Wort „ich“ kommt in überhaupt nicht vor.

Obwohl die 38-Jährige sich in einem Monat um die Führung der Partei bewirbt, muss sie keine Werbung in eigener Sache machen. Sie gehört dazu. Das ist für Außenstehende erstaunlich, weil Mayer ein „Westimport“ ist, der erst Ende 2015 in die Mark kam.

Geboren ist sie im fränkischen Städtchen Feuchtwangen, aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in Rothenburg ob der Tauber. Sie begann nach der Schule als Arzthelferin bei einem Landarzt, qualifizierte sich , wechselte zu einer Herzkreislaufklinik. Dort fuhr sie Rettungseinsätze, machte ihr Abitur nach. Sie wollte Medizin studieren – Kindernotmedizin am besten. Sie zog nach München, arbeitete in einer Arztpraxis und „wurde politisch“.

2005 ging es um die Hartz-IV-Gesetze. Die Arzthelferin landete bei der WASG,  die sich mit der PDS zur Linken vereinigte. Anja Mayer begann Wahlkämpfe zu organisieren. Als Nebeneffekt entschied sie sich um: Statt um die Gesundheit Einzelner sollte es um die Gesundheit der Gesellschaft gehen. Sie studierte Soziologie, Sozialpsychologie und Philosophie. Einen Schein vor der Diplomarbeit ließ sie das Studium sausen. Da war Anja Mayer schon in Berlin, arbeitete im Bundesvorstand der Linken, später bei einer Bundestagsabgeordneten, heiratete, wurde Mutter.

Ende 2015 übernahm sie in der Landesgeschäftsstelle Organisatorisches und Öffentlichkeitsarbeit. Im Frühjahr 2016 begehrte die Basis auf dem Landesparteitag auf, Landeschef Görke wurde mit einem schlechten Ergebnis wiedergewählt, Landesgeschäftsführerin Andrea Johlige fiel durch. Über Nacht wurde Anja Mayer kommissarische, später  gewählte Landesgeschäftsführerin.

Nun soll sie mit Diana Golze den Landesverband führen. Obwohl jemand wie Anja Mayer, die es in kürzester Zeit in den Geschäftsführenden Bundesvorstand schaffte, politischer Ehrgeiz nicht abzusprechen ist, stellt sie zu den letzten Landeschefs das Kontrastprogramm dar: etwas für die Seele der Partei, etwas mit Herz.

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