zur Navigation springen

Sicherheit : Retter sind zu spät am Einsatzort

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zeitvorgaben werden oft nicht eingehalten

In Brandenburg erreichen die meisten Rettungsdienstwagen seit Jahren ihren Einsatzort nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hervor. 2015 hielten nur Noteinsätze in den kreisfreien Städten Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel die Vorgaben nach dem Brandenburger Rettungsdienstgesetz ein.

Danach müssen die Einsatzfahrzeuge in 95 Prozent aller Fälle eines Jahres nach einem Notruf binnen einer Hilfsfrist von 15 Minuten beim Patienten eintreffen. Am besten schnitt dabei Brandenburg/Havel mit 98,30 Prozent ab, Potsdam bildete in der Städtegruppe mit 96,37 das Schlusslicht.

In allen Landkreisen brauchten die Rettungswachen laut Statistik länger. Das Havelland, dessen Noteinsätze in den vorangegangenen fünf Jahren die 95-Prozent-Quote stets übertraf, rutschte 2015 mit 83,25 Prozent auf den letzten Platz. Nur knapp verfehlten die Uckermark (94,78 Prozent) und Märkisch-Oderland (94,44) die Vorgabe.

Laut Innenministerium ist die Hilfsfrist eine Planungsgröße für den gesamten Bereich eines Rettungsdienstes und nicht für jeden Einsatzort. Ein subjektives Recht für den einzelnen Patienten werde dadurch nicht begründet.

Für Ministeriumssprecher Ingo Decker belegen die Zahlen, dass das Rettungssystem „insgesamt auf hohem Niveau“ funktioniere. „Die Vorgaben werden in aller Regel eingehalten oder annähernd eingehalten“, sagte er auf Anfrage. Kommunen, die die 95 Prozent nicht erreichten, lägen in den meisten Fällen nur leicht darunter.„Wir haben keine 75 oder 50 Prozent, sondern immer 91 Prozent oder 88 Prozent. “

CDU-Innenpolitiker Björn Lakenmacher nannte die Lage „nicht akzeptabel“. Vor allem in ländlichen Regionen gebe es verstärkten Handlungsbedarf. So könnten mehr Fahrzeuge eingesetzt, zusätzliche Rettungswachen geschaffen und bestehende an günstigere Standorte verlegt werden.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen