Rechtsextremisten stören Gedenken

Eine rote Rose liegt am Sonntag (14.11.10) auf dem Waldfriedhof in Halbe …………………
Eine rote Rose liegt am Sonntag (14.11.10) auf dem Waldfriedhof in Halbe …………………

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14. November 2010, 05:23 Uhr

Potsdam | Zum Volkstrauertag hat Brandenburg am Wochenende der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) legte gestern auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Potsdam einen Kranz nieder und mahnte, die Erinnerung an vergangenes Leid wachzuhalten. Der Volkstrauertag sei vor allem auch ein "Tag der Verantwortung", sagte Platzeck bei einer Ansprache. Überschattet wurden die landesweiten Feierlichkeiten unter anderem von einem mutmaßlich antisemitischen Anschlag auf den sowjetischen Ehrenfriedhof in Cottbus. Dort wurden in der Nacht zum Sonnabend 26 Grabsteine umgestoßen und auf einer Stele mit Farbe das Wort "Juden" aufgetragen. Rasch konnte die Polizei einen 23 Jahre alten Tatverdächtigen aus Cottbus ermitteln. Er soll sich der rechten Szene zugehörig fühlen, gilt bei den Ermittlern aber als "Alleingänger". Er soll den Ehrenfriedhof 2009 schon einmal geschändet haben. Platzeck verurteilte die Tat: "Ich bin tief betroffen über diesen Anschlag und weiß mich darin eins mit der übergroßen Mehrheit der Menschen in unserem Land."

In Halbe feierten etwa 1500 Menschen ein Bürgerfest für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Die Veranstaltung richtete sich gegen Aufmärsche von Rechtsextremen, die in den vergangenen Jahren in Halbe für ein sogenanntes Heldengedenken demonstriert hatten. Der Aufmarsch war in diesem Jahr abgesagt worden; Zwischenfälle registrierte die Polizei dennoch. Unter anderem erschienen beim Bürgerfest zwei Funktionäre der rechtsextremistischen NPD. Ihnen erteilte die Polizei Platzverweise.

Die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag fand am Sonnabend in Guben statt. Innenminister Dietmar Woidke und Landtagspräsident Gunter Fritsch (beide SPD) legten an der deutschen und an der polnischen Kriegsgräberstätte Kränze nieder.

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