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Waldschädling in Brandenburg : Raupen fressen sich weiter durch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Noch keine Entwarnung für Eichenprozessionsspinner in der Mark.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Trotz des erfolgreiches Kampfes gegen den Eichenprozessionsspinner in Brandenburg in den vergangenen Jahren gibt es immer noch keinen Grund zur Entwarnung. Trockene und warme Witterung im zeitigen Frühjahr und fehlende natürliche Gegner begünstigten weiter die Entwicklung des Waldschädlings, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, auf Anfrage. Monitoringdaten ließen in naher Zukunft keinen natürlichen Zusammenbruch der Populationen erwarten. Das Insekt profitiere vom Klimawandel.Die Weibchen der Eichenprozessionsspinner legen innerhalb weniger Tage bis zu 300 Eier ab. Daraus entwickeln sich über mehrere Stadien die Raupen, die am Ende bis zu vier Zentimeter lang werden können. Sie fressen erst die Knospen und dann an den Blättern der Eichen. Am Ende können die Bäume kahl sein. In zum Teil bis zu zehn Meter langen Prozessionen wandern sie auf Nahrungssuche von Baum zu Baum. Dabei überqueren sie auch Straßen.

Seit 2002 breitet sich der Schädling in Brandenburg aus. Gesundheitsschädlich bedrohlich für den Menschen sind die Brennhaare der Raupen. Direkte Berührungen reizen die Haut. Die Folge sind starker Juckreiz und Entzündungen bis zu Ekzemen. Atemwege und Schleimhäute werden gereizt, auch Fieber und Schwindel sind möglich.

Das Laub von befallenen Bäumen muss mit besonderer Vorsicht entsorgt werden. Zudem sterben die Bäume durch die Fresslust ab.

Seit 2013 wurden nach Angaben des Ministeriums rund 8,3 Millionen Euro für die Bekämpfung aufgewandt. Allein 2016 haben die Kommunen und Landkreise sowie die Landesbetriebe Straßenwesen und Forst etwa 700 000 Euro investiert, um des Eichenprozessionsspinners Herr zu werden. Auf etwa 1300 Hektar wurde gegen die Raupen vorgegangen. Verwendet wurden nach den Angaben das Insektizid Dipel Es, das aus Hubschraubern versprüht wurde. Zudem wurden Eichen an Straßen und Autobahnen auf einer Länge von 315 Kilometern sowie weitere 6500 Einzelbäume behandelt. Mit Sprühkanonen wurde das Mittel ausgebracht. In besonders sensiblen Bereichen – zum Beispiel vor Kindertagesstätten – mussten die Raupen und die Nester mechanisch abgesaugt werden.

Die Schädlinge breiteten sich gegenwärtig in Brandenburg weiter nach Südosten aus, sagte Ministeriumssprecher Schade. Im Wald müssten etwa 350 Hektar bekämpft werden. Der Schwerpunkt wird nach den Angaben im Landkreis Havelland gesehen.  

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