Rathäuser werden neu besetzt

Eisenhüttenstadt ist Deutschlands größtes Flächendenkmal. Die sozialistische Vorzeigestadt wurde 1950 aus dem Boden gestampft.  Fotos: Patrick Pleul
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Eisenhüttenstadt ist Deutschlands größtes Flächendenkmal. Die sozialistische Vorzeigestadt wurde 1950 aus dem Boden gestampft. Fotos: Patrick Pleul

Brandenburg hängt voller Plakate für die Bundestagswahl / In vielen Kommunen gibt es am 24. September auch weitere Urnengänge

svz.de von
20. September 2017, 05:00 Uhr

Merkel, Schulz & Co. - alles dreht sich derzeit um die Bundestagswahl am 24. September. In vielen Kommunen in Brandenburg können die Bürger an diesem Tag aber noch über etwas anderes abstimmen. Mehr als 30 Bürgermeisterwahlen stehen in Städten und Gemeinden an.

Pritzwalk hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Viele Objekte wie die frühere Tuchfabrik wurden für neue Nutzungen umgebaut, auch in Kultur- und Freizeiteinrichtungen wurde viel investiert. Wie viele andere Prignitzer Kommunen muss sich die Stadt mit dem demografischen Wandel auseinandersetzen, Antworten auf Fragen wie nach der alternden Bevölkerung und deren Anliegen finden.

Bürgermeister Wolfgang Brockmann (FDP) tritt nicht wieder an. Um die Nachfolge bewerben sich vier Kandidaten. Der stellvertretende Bürgermeister Dr. Ronald Thiel wird von CDU, FDP und Kreisbauernverband unterstützt. Ralf Knacke tritt für die SPD an, Thomas Schlaffke für die AfD und Mario Ortlieb als Einzelwahlvorschlag.

Nauen im Havelland wächst, die Arbeitslosenquote liegt unter fünf Prozent. Die Nähe zu Berlin wirkt sich positiv aus, weil viele Hauptstädter hier ihren Wohnort wählen. Das bedeutet, Investitionen sind notwendig, zum Beispiel der Ausbau von Kitas und Schulen.

Bedrückend war für die Stadt, dass es vor Jahren einen Brandanschlag auf eine Sporthalle gab, die als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehen war. Die Täter wurden zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt.

Bei der Bürgermeisterwahl tritt Fleischmann nach zwei Wahlperioden nicht mehr an. Die Einwohner können sich unter drei Kandidaten von SPD, CDU und einer Wählergemeinschaft entscheiden.

Immer wieder werden in Oranienburg (Oberhavel) Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Knapp 300 Bomben werden noch unter der Erde vermutet. Die Kampfmittelbeseitigung gilt als eine große Aufgabe der nächsten Jahre. Daneben steht der Ausbau der sozialen Infrastruktur auf der To-Do-Liste. Die Einwohnerzahlen steigen auch wegen der guten Verkehrsanbindung an Berlin.

Acht Kandidaten gibt es. Rathauschef Hans-Joachim Laesicke (SPD) tritt nicht mehr an. Dafür aber sein Sohn Alexander Laesicke (parteilos).

Bad Freienwalde: Negativ-Schlagzeilen machte die Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland mit einem Thema, das ihre Schokoladenseite sein sollte: Der Status als Moorheilbad. In einem zähen Streit ging es um den Erhalt oder Abriss einer Bundesstraße. Einem Fachgremium für Kurorte zufolge passt sie nicht in das Bild eines Kurortes. Die Stadt stand kurz davor, den Heilbadstatus zu verlieren. Der Streit hatte so weit geführt, dass sogar Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos) um sein Amt bangen musste - eine Bürgerinitiative scheiterte aber mit einem Bürgerentscheid zu dessen Abwahl.

Lehmann tritt bei der Bürgermeisterwahl wieder an, es gibt drei Gegenkandidaten, darunter die SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske.

Königs Wusterhausen: Die Stadt liegt im Berliner Speckgürtel (Dahme-Spreewald). Es gibt aus der Hauptstadt Zuzüge, Wohngebiete werden gebaut, die Einwohnerzahl steigt seit Jahren. Einen Dämpfer gab es in diesem Jahr für den Hafen durch den Wegfall wichtiger Braunkohleumschlag-Aufträge.

Zur Bürgermeisterwahl treten sechs Kandidaten an. Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) steht nicht mehr zur Wahl. Er hatte sich auf einer SPD-Mitgliederversammlung nicht gegen den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Heinz-Georg Hanke (SPD), durchgesetzt, der als Kandidat für die Partei ins Rennen geht.

Eisenhüttenstadt: Die Ostbrandenburger Kleinstadt wird oft mit dem Thema Asyl in Verbindung gebracht. Dort liegt die zentrale Erstaufnahme des Landes. Daneben ist seit Jahren die Sanierung der denkmalgeschützten Architektur ein Thema. Eisenhüttenstadt entstand zu DDR-Zeiten als Vorzeigestadt auf dem Reißbrett. Bei der Bürgermeisterwahl treten drei Kandidaten an, darunter die amtierende Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Linke).  

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