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Museumswoche Beuster : Radschlepper schwebt hoch oben über Areal

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Blaulichtverein lädt zur traditionellen Museumswoche nach Beuster und präsentiert eine Sammlung historischer Fahrzeuge und vieles mehr

von
erstellt am 24.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„Nach oben, weiter vor und jetzt nach unten, noch weiter nach unten“, ertönen am Samstagvormittag die Kommandos. Christian von Hagen vom Blaulichtverein Beuster sitzt im ADK 125, bedient die Steuerung und hält sich an die Weisungen seiner Vereinsmitstreiter. Sie haben sich ausgedacht, dass man doch den rund 40 Jahre alten Radschlepper RS 09 und einen Museumsbanner am Autodrehkran in die Höhe hieven könnte. Gesagt – getan. „Wir wollen zeigen, dass die alte Technik auch funktionstüchtig ist“, sagt von Hagen. Es ist wieder Museumswoche in Beuster. Und das bereits zum 15. Mal. Bis zum kommenden Sonntag ist das Areal täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Den ADK 125 – die Zahl steht für 12,5 Tonnen, wie von Hagen erklärt – hat der Verein seit zehn Jahren in seinem Museumsbestand und ihn damals vom THW Ortsverband Wittenberge bekommen. „Man könnte jetzt ja die Frage stellen, wieso wir einen alten Traktor da oben aufhängen. Ganz einfach, mit ihm geht das ganz gut“, so Christian von Hagen. Insgesamt kümmern sich die 30 Vereinsmitglieder um rund 120 Rettungs-, Polizei- oder Militärfahrzeuge, die schon zig Jahre auf dem Buckel und ihre Historie haben.

Aber nicht nur alte Fahrzeugtechnik ist dort zu bestaunen. Immer wieder gern gehen die Besucher, die am Wochenende trotz diverser Regenschauer zahlreich den Weg aufs Gelände finden, in den Konsum. „Man fühlt sich in alte Zeiten versetzt“, schmunzelt Manuela Kriening. Da findet man so allerlei Rares aus DDR-Zeiten. Auf dem Areal steht auch eine alte Tankstelle. „Wir wollen die ehemalige Alltagskultur der Nachwelt präsentieren und zeigen, was schon vieles alles in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist“, so Ralf von Hagen.

Mit Softeis wie früher wirbt Mario Müller am Wochenende an seinem Eiswagen. Vor gut vier Jahren hat sich der jetzige Berliner eine Softeismaschine Ilka angeschafft – die seit 1984 im Einsatz ist – und im VEB Kältetechnik Niedersachswerfen (KTN) produziert wurde. Über Kontakte bei der Ostpro-Messe in Erfurt findet Müller den Weg in diesem Jahr nach Beuster. Sehr zur Freude der kleinen und großen Besucher, die ebenso ihre helle Freude an Schrottbruder Peter Ludolf & Team haben. Langjährige Wegbegleiter der Museumswoche sind Mitarbeiter des LKA Sachsen-Anhalt mit ihrem Infomobil.

Apropos Besucher. Den weitesten Weg legen Tanja und Wolodja mit ihrem Lada 2103, Baujahr 1981, zurück. Nach zwei Tagen Fahrt und 2000 Kilometern kommen sie am Freitag aus Moskau angefahren, wie sie sagen. Vor einem Jahr sind sie bereits mit Freunden in Beuster gewesen. „Es hat uns so gut gefallen“, sagen die beiden, die in ihrer Heimat dem Verein Retromobil angehören. Heute machen beide sich wieder auf den Heimweg.  

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