Produktionsrekord im Brauhaus

Götz Ziaja, Geschäftsführer im Frankfurter Brauhaus, kontrolliert die Produktion.
Götz Ziaja, Geschäftsführer im Frankfurter Brauhaus, kontrolliert die Produktion.

Erstmals 2,48 Millionen Hektoliter Bier in einem Jahr hergestellt / Frankfurter Holding übernimmt Gilde-Brauerei in Hannover

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07. Januar 2016, 00:42 Uhr

Die Frankfurter Brauhaus GmbH konnte zum Jahreswechsel mit guten Zahlen aufwarten. Im vergangenen Jahr wurden 2,48 Millionen Hektoliter Bier hergestellt, eine neue Spitzenmarke. Die Übernahme der Gilde-Brauerei in Hannover ist perfekt, der Kaufpreis wurde bezahlt.

Das Frankfurter Unternehmen hatte im Sommer 2014 angekündigt, die Produktion um zehn Prozent auf künftig 2,4 bis 2,5 Millionen Hektoliter steigern zu wollen. Jetzt konnte für das Jahr 2015 eine erste Bilanz gezogen werden, die Frankfurter Brauhaus GmbH hat in den vergangenen zwölf Monaten mit den rund 200 Mitarbeitern am Standort Frankfurt die Marke von 2,48 Millionen Hektoliter erreicht, teilte Mike Gärtner, einer von zwei Geschäftsführern des Brauhauses und des Unternehmens TCB Beteiligungsgesellschaft, auf Anfrage mit. „Das ist ein neuer Rekord, also fast 2,5 Millionen Hektoliter“, erläuterte er, darüber freue man sich natürlich in dem Unternehmen sehr.

Zum Vergleich: Die Oderland-Brauerei, der Vorgänger-Betrieb des heutigen Brauhauses, hatte 2002 Jahr rund 980  000 Hektoliter Bier gebraut. Die TCB hatte die Oderland-Brauerei zum Jahreswechsel 2003/2004 übernommen und stark umgebaut. Eigentlich stand die Fabrik 2003 vor dem Aus, der damalige Eigentümer wollte sie schließen.

Zu der TCB-Firmengruppe gehören das Frankfurter Brauhaus sowie Brauereien in Dresden und im französischen Champigneulles. Zudem braut TCB für Handelsmarken diverser Discounter. Die Beteiligungsgesellschaft zählt mittlerweile zu den führenden deutschen Brauereiunternehmen nach Radeberger und Oettinger. Eine insgesamt erstaunliche und für das Oderland überaus erfreuliche Erfolgsgeschichte, so hatte die Frankfurter Unternehmensgruppe beispielsweise die Feldschlößchen Brauerei in Dresden nach der Übernahme 2011 von einer rückläufigen Regionalmarke im Weltkonzern Carlsberg trotz lokaler Konkurrenz zu einer stark wachsenden Biermarke entwickelt. Die TCB-Firmengruppe produziert insgesamt acht Millionen Hektoliter an alkoholischen und alkoholfreien Getränken.

Nun steht die nächste Erweiterung an, die Übernahme der Gilde-Brauerei in Hannover. Der Verwaltungsausschuss der Stadt Hannover hatte im Spätsommer den Vertragsentwurf für den Verkauf der Gilde-Brauerei an die TCB Beteiligungsgesellschaft mbH aus Frankfurt (Oder) genehmigt. „Wir freuen uns sehr über dieses einstimmige Votum, welches wir als großen Vertrauensbeweis ansehen“, sagte damals Mike Gärtner. Gilde gehörte bislang zum weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev (ABI), der die hannoversche Traditionsbrauerei an TCB veräußerte. Die niedersächsische Landeshauptstadt und die Frankfurter Investoren haben einen Vertragsentwurf über Investitionsgarantien für mehrere Jahre ausgehandelt.

Die beiden Brauereien waren sich im Spätsommer über die grundsätzlichen Aussagen einig. In den folgenden Wochen konnte man wie geplant den Verkauf realisieren, der Eigentumswechsel erfolgte zum 1. Januar 2016. Ende Dezember hatte die TCB den Kaufpreis überwiesen, berichtete Mike Gärtner, zur Höhe der Summe habe man Stillschweigen vereinbart. Bei der Ausgliederung der Gilde-Brauerei aus dem Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev und der Eingliederung in die TCB seien einige betriebwirtschaftliche und technische Aufgaben zu meistern. Die Traditionsbrauerei Gilde kommt mit ihren 70 Mitarbeitern auf eine Jahresproduktion von 150  000 Hektoliter Bier. Verglichen damit ist die TCB ein Riese.

Heute beliefert das Frankfurter Unternehmen mit seinen Bieren in Glas- und Plastikflaschen sowie Dosen hauptsächlich große Discounterketten. Bei einigen dieser Flaschen kann man auf der Rückseite lesen: Hergestellt in Frankfurt (Oder). An der Oder produziert man aber auch für Märkte in Polen, in Ungarn sowie in westeuropäischen Ländern. 2007 erwarben die Frankfurter von der französischen Brauerei Kronenbourg das Werk in Champigneulles (Lothringen).

Die Oderland-Brauerei ist ab 1974 aufgebaut worden. Bis der Betrieb, der zunächst nur Biere zur Versorgung des Bezirks Frankfurt (Oder) abfüllte, selbst brauen konnte, sollten 14 Jahre vergehen. 1988 wurde mit der Bierherstellung begonnen. Nach der Wende übernahm Brau & Brunnen das Frankfurter Unternehmen.

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