Bildung : Problemschulen künftig im Fokus

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Neue Schwerpunkte bei künftigen Kontrollbesuchen festgelegt

svz.de von
11. März 2016, 04:45 Uhr

Bei der neuen Runde der Schulvisitationen setzt das Bildungsministerium andere Schwerpunktes. Besuche sollen früher angekündigt werden, nicht wie bisher erst drei Wochen vor dem Termin. „Dadurch soll die Visitation für die Schulen planbarer werden und nötige Vorbereitungen erleichtert werden“, erklärt Ministeriumssprecher Florian Engels. Den Schulen wolle man Zeit lassen, „selbst gesetzte Meilensteine ihrer eigenen Entwicklungsvorhaben in dieser Vorbereitungszeit umzusetzen“. Ziel sei „die Auseinandersetzung der Schule mit ihrem Entwicklungsstand“.

Eine weitere Neuerung ist, dass nicht erneut alle Schulen evaluiert werden, sondern nur jene, bei denen „fachliche Dringlichkeit“ bestehe. Wer schon zweimal beste Ergebnisse hatte, fällt aus dem Fünfjahrestakt und wird erst deutlich später erneut besucht.

„Umgekehrt werden in Abstimmung mit der Schulaufsicht Einrichtungen mit weniger guten Ergebnissen oder verbesserungswürdigem Stand in kürzeren Abständen untersucht“, betont der Ministeriumssprecher. Zudem könnten Schulen selbst eine Visitation bestellen und über den Termin mitbestimmen.

Inhaltlich verspricht das Ministerium eine Straffung. „Weniger Breite, dafür mehr Tiefe“, sagt Engels. Fünf Basismerkmale werden untersucht, darunter die individuelle Förderung, Schulmanagement und Qualitätsentwicklung. Außerdem soll die jeweilige Schulkonferenz vor Ort fünf weitere Testfelder auswählen, etwa Schulleben, Professionalität der Lehrkräfte oder Medienbildung.

Der Landeselternrat begrüßt, dass sich die Tester künftig vorrangig um „Problemschulen“ kümmern. „Man sollte sich auf die konzentrieren, die es offensichtlich nötig haben“, findet Sprecher Wolfgang Seelbach. Er fordert aber Mitspracherecht für die Elternschaft. Die Schulkonferenz solle die Möglichkeit erhalten, eine Visitation zu beantragen. „Eltern und Schulleitung haben verschiedene Perspektiven bei der Beurteilung der Qualität ihrer Schule.“

Positiv sieht Seelbach, dass künftig „nicht nur analysiert, sondern auch beraten werden soll“. Dass es in der Vergangenheit nur einen schriftlichen Bericht mit Präsentation gab, aber keine Verbesserungsvorschläge, sei bei Eltern immer wieder auf Unverständnis gestoßen.

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