zur Navigation springen

Bahnverkehr in Brandenburg : Prignitz-Express endet früher

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesnahverkehrsplan sieht keine weiteren Abbestellungen von Strecken vor, Prignitzer landen nicht mehr in Gesundbrunnen

von
erstellt am 24.Okt.2017 | 08:00 Uhr

In Brandenburg sollen keine Zugverbindungen mehr abbestellt werden, auch nicht in der Prignitz. Allerdings soll der Prignitz-Express RE6 ab 2022 nicht mehr in Berlin-Gesundbrunnen, sondern bereits in Berlin-Charlottenburg enden. Das dürfte für manche Pendler schlechtere Anschlüsse innerhalb Berlins zur Folge haben, weil die direkte Umstiegsmöglichkeit zur Ringbahn entfällt.

Das sind die wichtigsten Veränderungen, die der Landesnahverkehrsplan 2018 für die Region bringen soll. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) und die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg, Susanne Henckel, stellten den Plan gestern in Potsdam der Öffentlichkeit vor. „Wir werden das Angebot an vielen Stellen im Netz ausweiten“, sagte Schneider. Die Bestellungen des Landes sollen sich um acht Prozent erhöhen, von 31,5 Millionen Zugkilometern im Jahr 2016 auf 34 Millionen im Jahr 2022. „Wir wollen aber nicht nur ein größeres, sondern auch ein qualitativ besseres Angebot machen, mit einer besseren Vertaktung von Bussen und Bahnen, W-Lan in den Zügen und mehr Barrierefreiheit“, so Schneider. Zudem werde keine Strecke mehr abbestellt.„Auch da, wo die Bevölkerungszahlen eigentlich zurückgehen, sehen wir moderat wachsende Fahrgastzahlen.“

Ab 2022 sollen die in Kyritz endenden Züge der RB73 demnach zu einem neu zu bauenden Haltepunkt Kyritz-Nord verlängert werden. Und der RE2 soll nicht mehr von Wismar bis Cottbus, sondern nur noch von Wismar bis Berlin fahren, während der Cottbuser Streckenast nach Nauen durchgebunden werden soll. Und sofern der Flughafen BER bis dahin fertiggestellt ist, soll es ab 2025, nach dem Abschluss des Ausbaus der Dresdener Bahn auch RE-Züge von Cottbus zum BER geben. Die oft überfüllten Züge des RE2 sollen im östlichen Abschnitt verstärkt werden: Zwischen Lübbenau und Berlin soll es künftig drei Verbindungen pro Stunde geben. Und vor allem im direkten Einzugsgebiet von Berlin werden die Angebote deutlich verstärkt. Auf der wichtigen Ost-West-Achse von Magdeburg nach Frankfurt (Oder) will das Land zwischen Brandenburg und Frankfurt künftig drei Züge pro Stunde bestellen. Und zwischen Berlin und Nauen sollen es sogar vier Züge pro Stunde sein.

Neue Fahrzeuge sollen digitalisiert werden: So soll die Zahl der an Bord befindlichen Fahrräder und Fahrgäste automatisch erfasst und in Echtzeit auf den Bahnsteig und in entsprechende Apps der Fahrgäste übertragen werden. So sollen Reisende schon vor dem Einsteigen erfahren können, wo noch Plätze frei sind. Der CDU-Verkehrspolitiker Rainer Genilke sprach gegenüber dem „Prignitzer“ von einer „Schmalspurversion“ des vor einiger Zeit von der eigenen Fraktion vorgestellten Konzeptes. „Die bedeutsamsten Maßnahmen werden erst in der übernächsten Legislaturperiode zum Greifen kommen“, sagte Genilke. Dagegen begrüßte die Verkehrsexpertin der Linken, Anita Tack, den Plan ohne Vorbehalte: „Ich begrüße die deutliche Verbesserung von Mobilitätsangeboten zur Sicherung der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung in allen Regionen Brandenburgs“, sagte Tack. „Wir brauchen mehr Mobilität mit weniger Verkehr.“ Dem diene die Stärkung des Umweltverbundes mit ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr genauso wie bessere Bahnangebote im VBB.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen