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Erbe von Lenné wird auch in Polen bewahrt : Preußens grüner Daumen im Osten

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Eine Ausstellung im Schloss Branitz würdigt den Gartengestalter Peter Joseph Lenné und zeigt sein Wirken in Schlesien und Pommern

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erstellt am 10.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Peter Joseph Lenné (1789–1866) stand fast ein halbes Jahrhundert lang als Gartenkünstler im Dienst des preußischen Hofes. Die Potsdamer Gartenwelt – heute Weltkulturerbe – war seine Hauptwirkungsstätte. Im nahe gelegenen Berlin leistete er mit dem Tiergarten und dem Zoologischen Garten stadtplanerische Vorarbeit.

Dass Lenné aber auch über die Grenzen des Berlin-Potsdamer Raums tätig war, ist heute eher wenig bekannt. Die Ausstellung „Meisterhaft wie selten einer – die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern“ im Schloss Branitz gibt einen Überblick über die östlichen Gartenanlagen des Meisters, der seit 1854 als Generaldirektor der Königlichen Gärten fungierte.

So lassen sich knapp 30 Gartenanlagen Lennés auf dem Gebiet des heutigen Polen nachweisen. Ein Großteil der Gärten und Parks befindet sich, wie die Ausstellung dokumentiert, in den Woiwodschaften Westpommern (Pomorze Zachodnie), Niederschlesien (Dolny Slask) und Lebus (Województwo lubuskie). Welche Reichweiten die Arbeiten hatten, zeigen auch Entwürfe für Oliva (Oliwa) an der Danziger Bucht und Sensburg in Masuren (Mragowo). Bis aus Westpreußen kamen die Aufträge.

Dass Lenné mit seinen Entwürfen und Zeichnungen nun ausgerechnet auf heimischem Terrain des Fürsten Pückler, seines großen Widersachers, zu sehen ist, stellt keinen Widerspruch dar. Sind doch vor Ort die unterschiedlichen Herangehensweisen der beiden Konkurrenten, die sich trotz aller Unterschiede respektierten, nachzuvollziehen: Lenné als akribischer und effizient arbeitender Ingenieur und Pückler, der großzügig Fantasie und Natur arbeiten ließ.

Im Jahre 1858 erhielt Lenné einen wichtigen Auftrag in Niederschlesien: den Entwurf einer Terrassen- und Gartenanlage in Kamenz (Kamieniec Zabkowicki). 1837 hatte Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau, Ehefrau von Prinz Albrecht, das Anwesen geerbt. Sie beschloss, an den Hängen des Harthaberges (Wzgórze Zamkowe) ein elegantes Schloss zu errichten. Nach Entwürfen von Schinkel erhielt der Residenzbau die Form eines mittelalterlichen Schlosses mit Terrassen, die auf das Warthagebirge und das Eulengebirge ausgerichtet waren. Der von Lenné errichtete Terrassengarten zeichnete sich durch viele architektonische Details aus, in denen er zum Beispiel einen geometrischen Stil andeutete, den er später vervollkommnete.

Wer den Spuren Lennés in den Osten der ehemaligen Provinz Brandenburg, in die Neumark (heute Woiwodschaft Lebus) folgt, stößt auf die Parks von Pieske (Pieski) und Sonnenburg (Slonsk). Beide Anlagen wurden nach 1945 fast völlig zerstört, so dass heute nur noch Überreste zu sehen sind. Im schlesischen Teil der heutigen Woiwodschaft Lebus befindet sich der bekannte Schlosspark der Stadt Sagan (Zagan). Dort war Lenné für Herzogin Dorothea von Sagan beratend tätig. Es entstand eine Parkfläche von 200 Hektar.

Dass sich in Polen heute Engagierte finden, die ein ursprünglich preußisches Kulturgut fördern, ist nicht selbstverständlich. Seit etwa 20 Jahren werden im Nachbarland immer wieder Initiativen ins Leben gerufen, die sich der Pflege und Erneuerung von Parkanlagen, die nach Lenné-Entwürfen entstanden, widmen. So wurden 2011 elf Schloss- und Parkensembles im Hirschberger Tal (Kotlina Jeleniogórska) als Geschichtsdenkmäler eingestuft – unter anderem die Anlagen in Lomnitz (Lomnica) und in Erdmannsdorf (Myslakowice).

Zur Ausstellung ist ein Buch unter dem Titel „Die Gärten Peter Joseph Lennés im heutigen Polen“ erschienen. Herausgegeben wurde es vom deutschen Kulturforum östliches Europa und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Es bietet eine Vielzahl von Zeichnungen und Entwürfen, die weit über das Fachliche hinausgehen. Deutsche und polnische Autoren sind mit lesenswerten Essays vertreten.

„Meisterhaft wie selten einer – die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern“; bis 16. Juli, täglich 11 bis 17 Uhr, Schloss Branitz 

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