Viele Infizierte : Potsdam ist Corona-Schwerpunkt

Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes  bringen Säcke mit Schutzartikeln zu ihren Fahrzeugen.
Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes bringen Säcke mit Schutzartikeln zu ihren Fahrzeugen.

Dort ist vor allem ein Klinikum betroffen, aber es ist nicht das einzige Krankenhaus der Landeshauptstadt mit Todesfällen.

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07. April 2020, 05:00 Uhr

In Potsdam, dem Hotspot der Coronavirus-Fälle in Brandenburg, sind weitere Menschen in einer Klinik gestorben. Am Sonntagabend sei ein Mann und am Montagmorgen eine Frau mit dem Coronavirus gestorben, berichtete der Sprecher des St. Josefs-Krankenhauses, Benjamin Stengl, am Montag. Damit habe sich die Zahl der Corona-Toten in Potsdam auf 21 erhöht, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Im besonders stark betroffenen Ernst von Bergmann-Klinikum habe es bisher 15 Todesfälle gegeben. Die Stadt hatte in der Vorwoche wegen der Häufung von Corona-Infizierten einen Aufnahmestopp für die Klinik verhängt - nur Notfälle dürfen dort noch hinein.

Potsdam ist mit Abstand die Kommune mit der höchsten Zahl von Todesfällen in Zusammenhang mit dem Virus in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg. Die Verstorbenen aus den Kliniken stammten aus Potsdam und der Umgebung, sagte der Stadtsprecher. Das Gesundheitsministerium hatte am Montag elf Tote aus Potsdam gemeldet - diese Statistik bezieht sich jedoch auf den offiziellen Wohnort der Verstorbenen, deshalb sind die Zahlen unterschiedlich.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) wies auf die Einschränkungen am Ernst von Bergmann-Klinikum hin. „Notfälle können nur eingeschränkt angefahren werden“, sagte sie dem Inforadio rbb. „Selbstverständlich müssen die umliegenden Häuser einiges davon abfangen, bis die Situation am Ernst von Bergmann wieder bereinigt hat.“ Sie erwarte in diesen Tagen einen Bericht des Robert Koch-Instituts, das am Freitag am Klinikum war, um die Situation einzuschätzen. „Ich hoffe sehr, dass schnell Abhilfe geschaffen werden kann“, sagte die Ministerin.

Auch In Seniorenheimen nehmen die Corona-Infektionen zu. Im Evangelischen Zentrum für Altersmedizin Potsdam habe es bei den gut 40 Bewohnern acht Verdachtsfälle gegeben, so Kliniksprecher Stengl. Sie kamen auf eine Isolierstation im St. Josefs-Krankenhaus. Drei Betroffene wurden positiv getestet. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark meldete am Wochenende, dass in einem Seniorenheim in Werder/Havel 16 Bewohner positiv getestet worden seien.

Das Land hat in den vergangenen Tagen Zehntausende neue Atemschutzmasken gegen eine Übertragung des Coronavirus erhalten. Vom Bund seien rund 42 500 FFP2-Masken und 55 600 Stück Mund-Nasen-Schutz eingetroffen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dazu kämen fast 240 000 Paar Handschuhe, rund 3000 Mal Schutzkleidung und fast 1200 Liter Desinfektionsmittel. Die Schutzausrüstung geht an die Kreise und kreisfreien Städte. FFP2-Masken filtern die Luft vor dem Einatmen und schützen vor Neuansteckungen. Ende März hatte der Bund fast 3000 FFP2-Masken und 188 000 Operationsmasken an Brandenburg geliefert.

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