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Aus dem Urlaub : Postkarten und Handygrüße

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburgs Ministerriege gespalten: von klassischer Ansichtskarte bis zum schnellen Foto

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Ministerriege in Brandenburg will im Sommerurlaub auf schnöde Akten weitgehend verzichten – nimmt dafür aber oftmals dicke Bücher mit. Gespalten ist die Regierungsmannschaft bei der Frage der Urlaubsgrüße: Postkarten als auch Handy-Fotos haben Anhänger, wie eine Umfrage ergab.

Die Familie von Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) etwa schickt aus dem Urlaub klassische Postkarten. Die Tochter schreibe sie an Tanten und Omas. „Wir Eltern unterschreiben und malen eine lachende Sonne drauf“, berichtete Woidke, der dieses Jahr an einem nicht genannten Ort, „an dem es manchmal etwas windig ist und wo es viel Wasser gibt“, Urlaub macht.

Auch Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) bekennt sich trotz des Bemühens um Digitalisierung zur klassischen Postkarte. „Ja klar, Postkarten sind eine tolle Sache“, sagte Schneider. Sie will in diesem Jahr ihren Urlaub in Berlin und Brandenburg verbringen, um mit der Familie Ausflüge zu machen und Freunde zu treffen.

Auch Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD), der zusammen mit seiner Frau zwei Wochen im Land entspannen will, meint: „Postkarten schreiben gehört zum Urlaub dazu“. Justizminister Stefan Ludwig (Linke) zieht es dieses Jahr mit Ehefrau und den beiden jüngsten Kindern nach Thüringen und an die Ostsee: „Geschrieben wird auch, aber nur Kartengrüße, als kleine Aufmerksamkeit, die immer gut ankommt“.

Auch Sozialministerin Diana Golze (Linke) schickt immer Postkarten: „An den Rest der Familie, ans Büro, an die Schulklassen der Kinder“, sagte Golze, die zum Zelten mit der Familie nach Italien reist. „Bei mir zu Hause am Kühlschrank und auch in meinem Büro hängen die Postkarten, die wir selbst von anderen Reisenden bekommen.“ Auch Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), der für je eine Woche an Nord- und Ostsee fährt, hält an Poskarten fest. „Weil sich diejenigen freuen, die sie kriegen“, sagt er pragmatisch.

Aber es gibt auch die Handy-Fraktion. Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) etwa meinte: „Postkarten sind bei mir ein Auslaufmodell. Die meisten bekommen Grüße und Urlaubsbilder direkt übers Handy – das geht schneller und man kann miteinander kommunizieren.“ Direkt vom abgeschiedenen Ferienhaus in den Bergen in Österreich wird das aber schwierig – es ist „ohne Internet und Spülmaschine“, sagte Münch.

Und auch Finanzminister Christian Görke (Linke) meint: „Inzwischen sind es bei mir doch eher WhatsApps geworden.“ Dieses Jahr will er erst in den Süden, danach an die Ostsee. Für die Postkarten-Fans macht er allerdings eine Ausnahme. Sein Büro habe eine klassische Ansichtskarte bestellt. „Dem Auftrag komme ich gern nach“, meinte Görke.

Einig sind sich die Kabinettsmitglieder, dass die Arbeit während des Urlaubs weitgehend ruhen sollte. „Gedrucktes ist im Urlaub verboten, soweit es Akten betrifft“, sagte Ludwig. Reiselektüre dürfe nicht fehlen, das Buch dazu habe er aber noch nicht ausgesucht.

Gerber will das Buch „Unterleuten“ von Juli Zeh lesen – und sich nochmal „Moby Dick“ zu Gemüte führen. „Akten nehme ich nicht mit, aber den Pressespiegel lese ich natürlich“, meinte Gerber. Schröter setzt als Innenminister auf Krimis – und zwar Ostfriesen-Krimis von Klaus-Peter Wolf, wie er verrät.

Die Lektüre von Golze? „Auf gar keinen Fall Akten! Wahrscheinlich wird es wieder der eine oder andere Mittelalterroman“, sagte die Ministerin. „Die Akten bleiben zu Hause“, meinte auch Ministerin Münch. Stattdessen nehme sie alles, was sich an Büchern auf dem Nachttisch gestapelt habe, mit. „Vor allem die Fontane-Erzählungen und Bücher von Hanns-Josef Ortheil, dem diesjährigen ,Writer in Residence’ des Potsdamer Literaturfestivals LIT:potsdam.“ Und Ministerin Schneider meinte: „Eugen Ruge ,Follower’ liegt auf dem Stapel der ungelesenen Bücher ganz oben.“

Und nimmt doch jemand Akten mit? Finanzminister Görke verspricht immerhin mit einem Augenzwinkern, er werde die Landeshaushaltsordnung mit in den Urlaub nehmen. Und Woidke meinte zu Akten: „Naja, muss wohl sein.“ Vor allem wolle er aber Frederick Forsyths Buch „4. Protokoll“ im englischen Original lesen. „Das ist für mich auch eine ganz gute Sprachübung für unseren Londonbesuch vom 4. bis 6. Oktober“, sagte Woidke. Dort wolle er Brandenburg anlässlich des Tags der Deutschen Einheit präsentieren.

 

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