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Trauer in Brandenburg : Polizisten im Dienst ermordet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mordverdächtiger überrollt auf der Flucht bei Beeskow zwei Beamte an der Straßensperre

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Zwei Brandenburger Polizisten sind gestern von einem flüchtigen Mordverdächtigen an einer Straßensperre bei Müllrose (Kreis Oder-Spree) überfahren und getötet worden. Der 24-Jährige, als Drogenkonsument und Straftäter bekannte Täter, war im Auto seiner Großmutter unterwegs. Er steht unter dringendem Verdacht, die 79-Jährige aus Müllrose zuvor getötet zu haben.

Wie Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke berichtete, sei die Polizei am Mittag informiert worden, dass jemand, der vermutlich keine Fahrerlaubnis besitze und unter Drogeneinfluss stehe, im Auto der alten Dame unterwegs sei. Polizisten hätten daraufhin die Leiche der Frau in ihrem Badezimmer entdeckt. Bei der sofort eingeleiteten Fahndung habe ein Polizeihubschrauber den Flüchtigen entdeckt. „Die Beamten haben auf der Straße Reifentöter ausgelegt und sind zur Seite gegangen“, sagte Mörke. Die Beamten hätten sich auf einem 2,50 Meter von der Fahrbahn entfernten Radweg aufgehalten. Der Täter sei, um dem Nagelbrett auszuweichen, auf den Radweg gefahren, „und hat mit hoher Geschwindigkeit draufgehalten“. Anschließend sei er zu Fuß geflüchtet, habe ein weiteres Auto gestohlen, damit einen Unfall gebaut und sei in einem Schilfgürtel verletzt festgenommen worden. Derzeit sei der Täter, der nach Angaben des Oberstaatsanwaltes Helmut Lange in der Vergangenheit wegen Raub, Drogen, Körperverletzung, Diebstählen und Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt wurde, noch nicht vernehmungsfähig.

Nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) handelt es sich bei den 49-jährigen und 52-jährigen Beamten um den zweiten und dritten Polizisten, die im Land in Ausübung ihres Dienstes ermordet wurden. Beide hinterlassen eine Witwe und jeweils drei Kinder, sie waren seit 1991 und 1995 im Dienst. „Für die Brandenburger Polizei ist das der bislang schwerste Vorfall dieser Art“, so Schröter. 1995 war Martin Heinze in Ausübung seines Dienstes ermordet worden. Die Landesregierung werde alles unternehmen, um die Hinterbliebenen schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Für heute hat Schröter eine Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden des Landes angeordnet. „Es gibt keine Momente, die schwieriger sind, sowohl für einen Ministerpräsidenten als auch für einen Innenminister, als das, was wir heute erlebt haben. Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Es ist wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass Menschen bereit sind, für andere Menschen da zu sein und nicht nur das, sondern auch im extremsten Fall mit ihrer Gesundheit oder ihrem Leben dafür zu bezahlen“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke mit belegter Stimme am Abend. Am Nachmittag war er in Fürstenwalde, wo er die Kollegen der getöteten Polizisten traf. 
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