Zusammenarbeit mit Polnischer Polizei : Polizeikooperation stößt an Grenzen

Der Polizeipräsident des Landes Brandenburg, Hans-Jürgen Mörke (l) und der Woiwodschaftskommandant Andrzej Lapinski der Polizei in Lodz (Polen) unterschrieben heute auf der deutsch-polnischen Grenztagung in Kostrzyn (Polen) einen Vertrag zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.
Foto:
Der Polizeipräsident des Landes Brandenburg, Hans-Jürgen Mörke (l.) und der Woiwodschaftskommandant Andrzej Lapinski der Polizei in Lodz (Polen) unterschrieben heute auf der deutsch-polnischen Grenztagung in Kostrzyn (Polen) einen Vertrag zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.

Ausbau der Zusammenarbeit mit Polen kommt nur langsam voran

svz.de von
29. November 2017, 21:00 Uhr

Polizisten aus Brandenburg und aus den drei polnischen Grenzwojewodschaften sind um eine intensivere Zusammenarbeit gegen die grenzüberschreitende Kriminalität bemüht. Gleichzeitig kommen wichtige Vorhaben zur Verbesserung der Kooperation nicht voran.

Auf einer Tagung im polnischen Kostrzyn (Küstrin), an der heute mehr als 150 leitende Polizeibeamte sowie Staatsanwälte aus beiden Ländern teilnahmen, wurde die Vielfalt der bereits bestehenden Zusammenarbeit deutlich. „Wir werden von Jahr zu Jahr besser, gleichzeitig wachsen aber auch die Herausforderungen durch neue Phänome wie Viehdiebstähle, Sprengung von Geldautomaten oder immer internationaler agierende Banden“, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Er verwies darauf, dass die Kriminalität in der unmittelbaren Grenzregion in den vergangenen Jahren leicht gesunken sei und führte dies auf den besseren Informationsaustausch und zeitweilige gemeinsame Ermittlungsgruppen mit Polen zurück. Dennoch wird bisher nicht einmal jeder dritte Autodiebstahl aufgeklärt.

Schon seit längerem wird deshalb von Kriminalisten aus beiden Ländern die Einrichtung einer ständigen Ermittlungseinheit vorbereitet, für die es aber bisher kein Okay vom Innenministerium in Warschau gibt. „Ich wünsche mir auch, dass ich die Erweiterung des Zentrums der Polizei- und Zollkooperation in Swiecko um Staatsanwälte aus beiden Ländern und die erste gemeinsame deutsch-polnische Wache vielleicht in Gubin noch erlebe“, erklärte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte er, dass dafür arbeitsrechtliche Dinge und „viele andere Sachen, auf die man gar nicht kommt“ geklärt werden müssten. Polens Botschafter in Deutschland, Andrzej Przylebski, versprach, dass er sich für die Erweiterung der Polizeikooperation einsetzen werde.

Zudem wurde heute ein Vertrag mit der Polizei aus der Wojewodschaft Lodz über ein von der EU gefördertes Projekt zur Bekämpfung von Cyberkriminalität unterzeichnet. Das bereits seit 2006 laufende Projekt, bei dem es um Spracherwerb und Kenntnisse über die Polizeitaktik im jeweils anderen Land geht, wurde um das Polizeipräsidium Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern erweitert.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen