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Bundespolizeidirektion Berlin : Polizeihund Ivo hat den Dreh raus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Belgische Schäferhund gehört zu den pfiffigsten Vierbeinern der Bundespolizeidirektion Berlin

Er kennt kein Pardon: Polizeihund Ivo hält Autodiebe, Einbrecher und andere Straftäter an der Oder in Schach. Wenn der vierbeinige „Bundespolizist“ mit seinem Herrchen, Polizeihauptmeister Marco Friedrich, einen flüchtenden Übeltäter einmal im Visier hat, gibt es für ihn meist kein Entkommen.

Es vergeht daher kaum eine Woche, in der der siebenjährige Belgische Schäferhund nicht von sich reden macht.

So war Ivo, der 42 Kilogramm auf die Waage bringt, Mitte Dezember beispielsweise mit Hundeführer Friedrich und einem weiteren Kollegen im Polizeibully auf Schleierfahndung auf der Autobahn 12 bei Müllrose (Oder-Spree) unterwegs. Die Beamten entscheiden sich, einen Kleintransporter zu stoppen. Sie wollen die Papiere des Fahrer überprüfen. Doch der 24-jährige Fahrer gibt Gas, will flüchten. Wenig später entdecken die Bundespolizisten den Wagen mit offener Fahrertür am Autobahnrand – vom Fahrer keine Spur. „Er war ins Feld geflüchtet“, erinnert sich Friedrich. Schnell öffnet der Hundeführer Ivos Box im Streifenwagen, beide nehmen die Fährte des mutmaßlichen Autodiebs auf. Letztlich kauert der 24-Jährige am Boden liegend, hofft darauf, dass ihn die Beamten nicht erwischen.

Doch da hat er die Rechnung ohne Ivo gemacht. „So ein Hund kann 100 000 Mal besser riechen als wir Menschen“, erklärt Chef-Ausbilder Thilo Krause. Er ist in der Bundespolizeidirektion Berlin für die Ausbildung aller Diensthunde zuständig. „Ivo ist ein echtes Prachtexemplar“, sagt er. Der Hund gilt als einer der erfolgreichsten „Polizisten mit kalter Schnauze“. Wegen seiner „Erfolgsquote“ werde Ivo auch gerne von der brandenburgischen Landespolizei angefordert, sagt Friedrich stolz. Letztlich konnte der Autodieb dank Ivos Spürnase gefasst werden und der gestohlene Transporter seinem Berliner Besitzer zurückgegeben werden.

Zuletzt eilten Ivo und sein Hundeführer der Landespolizei zur Hilfe. Nach Autoaufbrüchen im Frankfurter Stadtgebiet, wo Baumaschinen gestohlen wurden, spürte das Tier den Täter unter einem abgestellten Wagen auf.

Generell gilt der Belgische Schäferhund als sehr ausdauernd und robust. „Die Rasse gibt im Einsatz immer alles“, weiß auch Krause. Deshalb bevorzuge die Bundespolizei diese Hunderasse. Insgesamt verfügt sie bundesweit über 650 Tiere, vier davon versehen ihren Dienst in Frankfurt (Oder). Krause holt sie mit 11 bis 13 Monaten vom Züchter und bildet sie aus. „Ivo ist schon mein vierter Diensthund. Ich habe ihn mit anderthalb Jahren bekommen“, sagt Friedrich. Ivo sei ihm stets ein treuer Weggefährte und sei vom Charakter sensibel. Im Einsatz merkt Hundeführer Friedrich nur wenig davon. „Da sprudelt er vor Motivation nur so über. Er ist richtig pfiffig.“

Ivo lebt wie alle Diensthunde bei seinem Herrchen, dem Diensthundeführer, zu Hause. Sie sind dort Teil der Familie. „Ein Kuschelhund ist Ivo aber nicht. Ich habe bei meinen drei Kindern immer ein Auge darauf“, erklärt Friedrich. „Meine Kinder kennen den Papa ja nur mit Diensthund, so dass sie mit der Situation gut umgehen können“, berichtet er.

Aktuell dürfe Ivo sogar ins Haus. Ihm geht es gerade nicht so gut. „Er ist krankgeschrieben“, sagt Friedrich. Bei Ivo hat sich nach dem Fressen der Magen verdreht. Der Hund musste notoperiert werden. „Er hat aber alles gut überstanden.“ Nur noch sein kahlrasierter Bauch und eine Narbe erinnern an das Malheur. Demnächst ist Friedrich mit „Dickerchen“, so nennt der Hundeführer Ivo manchmal liebevoll, wieder auf den Straßen im Raum Frankfurt (Oder) unterwegs.

Georg-Stefan Russew

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