Flüchtlingsheim Eisenhüttenstadt : Polizeieinsatz und Schwerverletzte

Großeinsatz: Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren gerufen worden.
Großeinsatz: Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren gerufen worden.

Auseinandersetzung mit folgen zwischen Afrikanern und Tschetschenen. Großaufgebot von Ordnungshütern und Hubschraubern.

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11. Dezember 2016, 22:00 Uhr

Bei einer Massenschlägerei zwischen Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft Unterschleuse der zentralen Ausländerbehörde (ZABH) sind am Sonnabend drei Personen schwer und vier Personen leicht verletzt worden. Unter den Leichtverletzten war auch ein Mitarbeiter des Wachschutzes.

Dass die Feuerwehr und auch die Polizei sehr häufig am Standort Unterschleuse der ZABH vorfahren, das ist für die Eisenhüttenstädter Anwohner fast schon leidiger Alltag. Doch am Sonnabend war es nicht, wie schon sehr oft in diesem Jahr, ein aus Langeweile ausgelöster Fehlalarm, der ein Großaufgebot an Rettungskräften und Polizei mobilisierte. Vielmehr hatte es zwischen Bewohnern der Flüchtlingseinrichtung wohl einmal mehr Streit gegeben, der schließlich blutig mit Gewalt ausgetragen wurde.

Ingo Heese, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Potsdam, drückte die Geschehnisse, die um die Mittagszeit gegen 12 Uhr eskaliert sind, so aus: „Nach bisherigem Erkenntnisstand gerieten mehrere Heimbewohner unterschiedlicher Nationalitäten aneinander. Hierbei sollen auch gefährliche Gegenstände zum Einsatz gekommen sein. Im Verlauf der Körperverletzungen wurden drei Personen schwer und weitere vier Personen leicht verletzt. Unter den Leichtverletzten befindet sich auch ein Mitarbeiter des Wachschutzunternehmens.“ Kurzzeitig war auch davon die Rede, dass es einen Toten gegeben haben soll.

Um die Schwerverletzten abzutransportieren, waren zwei Rettungshubschrauber im Einsatz, neben dem in Bad Saarow stationierten Christoph 49 auch ein Rettungshubschrauber des ADAC. Die Polizei war mit mehreren Mannschaftswagen angerückt, zunächst durfte keiner der Bewohner das Gelände verlassen. Die Eisenhüttenstädter Feuerwehr war zur Unterstützung, da viele Verletzte angefallen waren, alarmiert worden.

Die weiteren Ermittlungen, so Heese, wird die Kriminalpolizei übernehmen. Nicht geklärt werden konnte am Wochenende, ob die Auseinandersetzung ein einmaliger Fall war, oder ob es auch schon in der Vergangenheit Spannungen gab, die am Sonnabend drastisch und mit Blutvergießen eskaliert sind. Anwohner berichten, dass auch in der Vergangenheit immer wieder die Polizei auf das Gelände gefahren ist, dass Streitigkeiten auf dem Gelände zu hören waren.

In den Leichtbauhallen, die im vergangenen Jahr während des Höhepunktes der Flüchtlingskrise errichtet worden sind, leben derzeit 250 Flüchtlinge, hatte Frank Nürnberger, Leiter der ZABH jüngst beim Richtfest für das zweite Familienhaus auf dem Gelände an der Poststraße gesagt. In den Hallen sind ausschließlich alleinlebende Männer untergebracht, viele aus der russischen Förderation – vor allem aus Tschetschenien, aber auch aus Afrika. Dabei scheint es zu Spannungen zu kommen.

Insgesamt gibt es an der Unterschleuse in den 17 Leichtbauhallen mehr als 1000 Plätze. Das Innenministerium hatte erst jüngst bestätigt, dass an dem Standort festgehalten wird, während das ehemalige Awo-Wohnheim in der Karl-Marx-Straße Ende des Jahres aufgegeben wird. Betreiber der Eisenhüttenstädter Standorte der ZABH und damit für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig, ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Wegen Missständen nicht zuletzt an der Unterschleuse war die Leitung erst Anfang des Jahres ausgetauscht worden.

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