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Nachwuchs : Polizeidienst personell aufstocken

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In diesem Jahr sollen 400 Anwärter im Land Brandenburg für den mittleren und gehobenen Dienst eingestellt werden.

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Brandenburgs Landesregierung will den Polizeidienst nach Jahren des Abbaus personell wieder aufstocken. Für dieses Jahr sollen 400 Anwärter für den mittleren und gehobenen Dienst eingestellt werden, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) gestern in der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel). „Das ist eine Einstellungszahl, die so hoch ist, wie noch nie zuvor in Brandenburg“, erklärte er. Ein Teil der Anwärter ist bereits im April eingestellt worden, der andere soll im Oktober folgen. „Die Zeit des Personalabbaus ist vorbei“, betonte der Minister.

Ursprünglich sollte der Personalbestand bei der Polizei auf 7000 Stellen verringert werden. Durch die veränderte Sicherheitslage in Europa seien die Erwartungen an die Polizei gestiegen. Derzeit gibt es in Brandenburg rund 8000 Polizeibeamte, im kommenden Jahr soll die Zahl auf 8250 aufgestockt werden.

Wegen des Personalmangels hat die Polizei seit 2015 auch 36 ehemalige Feldjäger der Bundeswehr eingestellt, die eine verkürzte Ausbildung absolviert haben. An der Polizeihochschule werden derzeit laut Innenministerium 892 Anwärter ausgebildet. Den Einstellungen gehe ein umfangreiches Bewerbungsverfahren voraus, erklärte Schröter und versicherte, es gebe keine Absenkung der Aufnahmekriterien. Da in den nächsten Jahren zahlreiche Polizeibedienstete in den Ruhestand gingen, müsse verstärkt für den Nachwuchs geworben werden – auch in anderen Bundesländern.

Gegen die Senkung der Aufnahmekritierin wehrt sich auch die Gewerkschaft der Polizei. „Es ist nachvollziehbar und sicherlich richtig, dass im Sportbereich verschiedene Sportarten zur Auswahl gestellt werden. Dass medizinische Voraussetzungen überarbeitet werden, ist dem Fortschritt der Medizin geschuldet und sachgerecht. Aber: Veränderung bei den Anforderungen beim Stress- und sozialem Verhalten lehnt die GdP rigoros ab. Ebenso das Vorhaben des Polizeipräsidenten, Zeitsoldaten einzustellen“, sagt der Vorsitzende der Brandenburger Polizeigewerkschaft, AndreasSchuster.
Es sei der vollkommene falsche Schritt, Zeitsoldaten mit einer 18-monatigen Unterweisung in die Brandenburger Polizei zu übernehmen. Es sei völlig unklar, welche Voraussetzung bei Zeitsoldaten angerechnet werden sollen oder welche Inhalte die Kurz-Unterweisung beinhalten soll. Andreas Schuster: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine Billig-Polizei in Brandenburg installieren, nur um die Einstellungszahlen vollzubekommen. Sieben Bundesländer haben bereits die zweigeteilte Laufbahn, mehrere Bundesländer haben das Eingangsamt nach A 8 angehoben. Brandenburg wird zukünftig die Lehrer mit A 13 besolden. Dies sind alles Schritte zur Erhöhung der Attraktivität. Wir mahnen seit Langem an, dass die Attraktivität auch für die Polizei in Brandenburg erhöht werden muss. Nun soll genau das Gegenteil gemacht werden. Dies lehnen wir konsequent ab und fordern schnellstmögliche Gespräche mit uns.“

Laut Innenminister Schröter werden an der Fachhochschule auch Anwärter aus Polen ausgebildet. Nach den Worten des Präsidenten der Fachhochschule, Rainer Grieger, ist die Brandenburger Polizei „ein sehr attraktiver Arbeitgeber“. Dies zeigten auch die mehr als 6800 Bewerbungen jährlich. Für den Nachwuchs werde auch „ganz massiv“ in den neuen Medien geworben. Künftig will das Innenministerium Polizeianwärtern aus entfernteren Landesteilen oder aus anderen Bundesländern Wohnraum anbieten. Vorübergehend sollen dazu Wohnungen in Oranienburg oder im Landkreis Oberhavel angemietet werden, wie Schröter ankündigte. Längerfristig werde aber der Bau eines eigenen Gebäudes angestrebt. 

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