Sicherheit in Brandenburg : Polizei sucht Nachwuchs

6500 Interessenten gemeldet – nur ein Bruchteil bleibt dabei oder kommt in Frage

svz.de von
29. August 2016, 04:45 Uhr

6500 junge Brandenburger wollten in diesem Jahr Polizisten werden. Ob daraus die geplanten 350 Anwärter für die Fachhochschule der Polizei rekrutiert werden können, ist nicht sicher. Die Gewerkschaft warnt davor, die Anforderungen abzusenken.

Zum Frühjahrssemester sollten aus den Bewerbern 150 Polizeianwärter ausgewählt werden. Gefunden wurden nur 148. Für das im Oktober in Oranienburg beginnende Herbstsemester wurde eine Rangliste mit 250 Namen erstellt. Ob daraus genügend für die Besetzung der 206 freien Plätze übrig bleiben, ist noch offen. In Polizeikreisen heißt es, dass ein Großteil der Bewerbungen Freitag- beziehungsweise Sonnabendnacht abgeschickt werden – wohl aus einer entsprechend Laune heraus. Von den mehr als 6000 Bewerbern erscheint nur jeder sechste zum Vorstellungsgespräch. Anschießend fällt die Mehrheit bei der ärztlichen Untersuchung, beim Rechtschreibtest, dem psychologischen Test oder beim Sport durch. An körperlichen Voraussetzungen wird gefordert, dass junge Männer unter anderem drei Klimmzüge und Frauen zehn Liegestütze schaffen. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Schuster, erklärt, dass erfahrungsgemäß in den kommenden Wochen noch mit den Absagen derjenigen zu rechnen sei, die sich in mehreren Bundesländern bewerben. Da Brandenburg am unteren Ende der Besoldungstabellen im Ländervergleich rangiert, sei es für viele Bewerber nicht sonderlich attraktiv. Schuster fordert weitere Anreize für die Polizeianwärter. So sei die Unterkunft für künftige Bundespolizisten in Blumberg (Barnim) kostenfrei, während an der Fachhochschule des Landes in Oranienburg bis zu 230 Euro monatlich zu zahlen sind. Schuster warnte davor, das Niveau etwa bei den Rechtschreibtests weiter abzusenken. Entsprechende Überlegungen gebe es bereits. Schon jetzt reiche für den mittleren Dienst ein Schulabschluss mit der Note befriedigend. Auch Kandidaten mit schlechteren Zensuren werden zum Aufnahmetest eingeladen. Für die Ausbildung im gehobenen Dienst wird ein Abiturzeugnis verlangt. In den vergangenen Jahren wurde die Ausbildung in Oranienburg schrittweise ausgeweitet. Nach 2010 waren nur 100 Anwärter pro Jahr ausgebildet worden. In diesem Jahr wurde erstmals die Aufnahme auf zwei Termine verteilt, um eine gleichmäßigere Verteilung der Lehrangebote zu erreichen.

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