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Nach schwerem Unfall : Polizei sieht keine Versäumnisse

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach dem schweren Unfall auf der A12 mit drei Toten in der Nacht zum Donnerstag sieht die Polizei bei sich keine Versäumnisse. Interne Überprüfungen hätten ergeben, dass der Stau ordnungsgemäß abgesichert gewesen sei, teilte die Polizei gestern mit.

Nach dem schweren Unfall auf der A12 mit drei Toten in der Nacht zum Donnerstag sieht die Polizei bei sich keine Versäumnisse. Interne Überprüfungen hätten ergeben, dass der Stau, der sich nach der Festnahme von mehreren Autoschiebern gebildet hatte, ordnungsgemäß abgesichert gewesen sei, teilte die Polizei gestern mit.

Der Unfall hatte sich zwei Stunden nach dem Zugriff der Polizei auf eine Bande polnischer Autodiebe im Bereich des Rastplatzes Frankfurter Tor kurz vor der polnischen Grenze ereignet. Fahnder der Soko Grenze hatten mit Unterstützung von Berliner Kollegen vier Männer im Alter von 22 bis 38 Jahren sowie eine 21-Jährige festgenommen und zuvor auf der zweispurigen Fahrbahn ein Überholverbot und eine Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet.

„Eigentlich lief alles nach Plan, bis einer der Tatverdächtigen aus seinem rollenden Pkw sprang, über die Fahrspur flüchtete und auf der Flucht von einem Zivilfahrzeug der Berliner Polizei erfasst und schwer verletzt wurde“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Gegen alle Bandenmitglieder ist inzwischen Haftbefehl erlassen.

Durch Rettungseinsatz, Unfallaufnahme und die Sicherstellung der beteiligten Fahrzeuge habe sich nach Polizeiangaben ein fünf Kilometer langer Stau gebildet, in dessen Ende ein polnischer mit vier Personen besetzter Pkw raste – drei Insassen starben, ein weiterer befindet sich mit schweren Verletzungen in einer Berliner Spezialklinik. Die drei Toten stammen aus der nordöstlich von Warschau gelegenen Stadt Ostroleka. Darüber berichtete am Freitag ein privates Internetportal aus diesem Ort.

Die Tatsache, dass es zuvor eine Polizeiverfolgung von polnischen Autodieben gegeben hatte, spielte in dem Bericht keine Rolle. „Der Unfall ereignete sich just in dem Moment, in dem nach Abschluss des Polizeizugriffs auf die Autoschieberbande die Fahrspuren wieder freigegeben werden sollten“, sagt ein Sprecher der Polizeipräsidiums in Potsdam. Versäumnisse der Polizei räumt er nicht ein. 2,4 Kilometer vor der Unfallstelle hätten Leuchtzeichen an Schilderbrücken vor dem Stau gewarnt und ein Tempolimit von 100 km/h angeordnet. 1100 Meter, bevor der polnische Toyota ungebremst auf einen vor ihm stehenden Lkw prallte und sich unter dessen Anhänger verkeilte, sei die Geschwindigkeit nochmals herabgesetzt worden.

Eine Leserin dieser Zeitung, die eine halbe Stunde vor der tödlichen Kollision auf der A12 unterwegs war, bestätigt dies, betont jedoch, dass auf der linken Spur der Pkw und ein polnischer Kleintransporter standen, die weder Warnblink- noch Bremslicht aktiviert hatten – „die beste Voraussetzung noch einen Unfall zu produzieren.“ Auf der A12 kamen im Jahr 2012 acht Menschen ums Leben, im vergangenen Jahr waren es fünf. Ursachen seien zumeist Unaufmerksamkeit, Übermüdung und unzureichender Sicherheitsabstand. Obwohl die Zahl der Unfälle gestiegen ist, gilt sie aus Sicht der Polizei nicht als Schwerpunkt.

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