zur Navigation springen

Kriminalität : Polizei schnappt Geldautomaten-Bande

vom

250 Beamte im Großeinsatz in Brandenburg und Berlin: Zwei weitere Tatverdächtige festgenommen

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2017 | 04:55 Uhr

Spezialeinsatzkräfte der Polizei haben eine Bande mit fünf Männern ausgehoben, die in Brandenburg, Berlin und fünf weiteren Bundesländern zahlreiche Geldautomaten in Bankfilialen gesprengt haben sollen. „Mit hartnäckiger Arbeit hat unsere Sonderkommission „Fläming“ eine Gruppe von fünf deutschen Berufskriminellen ermitteln können, denen allein 14 Sprengungen von Geldautomaten in Brandenburg und Berlin zugeordnet werden können“, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke gestern  bei einer Pressekonferenz in Potsdam.

Die Bande soll auch Überfälle auf Geldautomaten mit Sprengstoff in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein verübt haben. Die Zahl dieser Überfälle wurde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Auch zur Höhe der Beute gab es keine Angaben.

Am frühen Morgen hatte die Polizei bei einem Großeinsatz mit 250 Beamten in Berlin und Brandenburg insgesamt zwölf  Wohnungen, Häuser, Garagen und Werkstätten durchsucht. Dabei wurden zwei Tatverdächtige im Alter von 20 und 40 Jahren festgenommen, zwei weitere sitzen bereits wegen anderer Taten in Haft. Nach dem fünften Tatverdächtigen aus Potsdam wird noch gefahndet. Die fünf Männer seien Berufskriminelle mit einer einschlägigen Karriere, sagte der Leiter der Sonderkommission, Gerd Otter. „Dazu zählen Bandendiebstähle von Kfz, Taten im Drogenmilieu, Einbrüche, Nötigung und Körperverletzung.“ Brandenburgs Polizei sei den Männern seit eineinhalb Jahren auf der Spur gewesen, bevor es  gestern zum Zugriff kam.

Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten auch die einschlägige Ausrüstung der Geldautomaten-Sprenger. Dazu zählten nach Angaben von Otter Gasflaschen und Schläuche zum Einleiten des Gases in die Automaten, Sturmhauben, Einweghandschuhe und ein Tatfahrzeug. Auch Waffen wie Messer und Macheten sowie eine Schreckschusspistole wurden sichergestellt.  „Dies ist nur eine der Banden, die sich auf die Sprengung von Geldautomaten spezialisiert haben“, betonte Mörke. In Brandenburg seien in den vergangenen beiden Jahren 37 derartige Überfälle begangen worden, davon elf von der jetzt festgesetzten Bande.

 Nach neun Fällen im Jahr 2015 hatte es im vergangenen Jahr bereits 28 dieser Taten gegeben. Hintergrund ist nach Einschätzung von Mörke, dass sich die Geldinstitute immer besser gegen klassische Banküberfälle geschützt hätten. „Das Risiko der Kriminellen, gefasst zu werden, wurde zu hoch.“ Daher hätten sich einige Banden nun auf die Sprengstoff-Überfälle spezialisiert. Zur Abwehr gründete Mörke im vergangenen Oktober die Soko „Fläming“ mit zwölf Beamten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen