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Schlag gegen grenzüberschreitende Kriminalität : Polizei nimmt 33 Diebe fest

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dreitägige Kontrolle zur Bekämpfung der Grenzkriminalität an Oder und Neiße

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Motorräder, Baumaschinen, Winterjacken – in einer gemeinsamen Aktion haben Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft in großem Umfang Diebesgut sichergestellt. Je 800 Beamte waren dafür drei Tage lang in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Dienstag ging es unter großer Geheimhaltung los. Um 7 Uhr kontrollierten Beamte in Küstrin-Kietz einen Kleintransporter und fanden auf der Ladefläche zwei gestohlene Motorräder. Festnahme. Zwei Stunden später wurde in Frankfurt (Oder) ein 24-jähriger Kleinlaster-Fahrer herausgewinkt. Er hatte 170 geklaute Fernseher an Bord. Festnahme.

In dem Rhythmus lief es weiter bis zum Donnerstag. Kurz bevor die Polizei Bilanz zog, ging den Beamten noch ein junger Pole ins Netz, der behauptete, „Lumpen“ geladen zu haben, die sich als nagelneue Winterjacken entpuppten. 64 Kisten, entwendet von einem Lkw durch Planenschlitzen an der A 2 bei Braunschweig. Auch für diesen 25-Jährigen hieß es: Festnahme. Von Görlitz bis zur Insel Rügen – noch nie habe man eine solch große Aktion gegen die grenzüberschreitende Kriminalität gestartet, fasste Brandenburgs Polizeisprecher Torsten Herbst zusammen. Auch polnische Polizisten und Ermittler von Europol waren an Bord. Fast 8000 Fahrzeuge und mehr als 9000 Personen wurden in drei Tagen an Oder und Neiße kontrolliert, 33 Menschen festgenommen, 87 Straftaten erfasst. Sogar in Dänemark gestohlene Fahrräder wurden auf einem Lkw entdeckt.

Mit Unterstützung vonzwei Einsatzhundertschaften der Brandenburger Bereitschaftspolizei wurden laut Herbst stationäre Kontrollstellen auf Zufahrtsstraßen zu den Grenzübergängen eingerichtet, um Autofahrer zu kontrollieren und die üblichen Routen für Diebesgut zu überwachen. Auch Beamte in zivil waren an der Grenze unterwegs.

Der Polizeisprecher betonte, man habe mit der konzertierten Aktion mehrere Botschaften vermittelt. „Die Bürger sollen sehen: Wir tun etwas – und zwar im Verbund mit vielen Behörden.“ Zudem sende man ein Signal an die Täter: „Ihr könnt euch nicht sicher fühlen.“

Den Einwand, dass der Großeinsatz vorbei sei und das auch die Diebe wüssten, ließ Herbst nicht gelten. „Das war keine Eintagsfliege. Wir machen immer wieder große Kontrollen. Und wir sind sowieso 24 Stunden am Tag im Kampf gegen Kriminelle im Einsatz.“ Jedoch zeige die Art des Einsatzes, dass so etwas nicht jeden Tag möglich sei. „Täglich 800 Polizisten an die Grenze zu stellen, ist illusorisch. Es gibt noch andere Dinge zu tun.“

Zu bedenken sei auch, dass die Kontrollen auf der stark frequentierten A 12 zu Staus geführt haben, inklusive eines schweren Auffahrunfalls am Mittwoch. Die Fahrbahn wurde auf eine Spur verengt, um die Wagen herauswinken zu können. „Wer standardmäßig strenge Kontrollen an der Grenze zu Polen fordert, sollte wissen, dass wir dann wohl einen Stau bis Berlin hätten“, argumentierte Herbst. 

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